Oberschleißheim Kampf um den alten Bahnhof

Der Verein "Vabosh" will der Bahn seine Petition übergeben

Die erfolgreiche Petition zur Rettung des Alten Bahnhofs in Oberschleißheim will der Verein "Vabosh (Verrückter Alter Bahnhof Oberschleißheim") nun an die Bahn AG übergeben. Derzeit sei man im Zuständigkeitsgewirr des Konzerns auf der Suche nach einem Adressaten, schildert "Vabosh"-Vorsitzender Andreas Hoffmann: "Durch eine öffentliche Übergabe der Petition wollen wir sicherstellen, dass unser Anliegen ausreichend Gehör findet".

Trotz großen Koordinationsaufwandes hierfür solle dieser Termin noch vor der Sommerpause stattfinden. Der Gemeinderat hat bereits einstimmig das grundsätzliche Interesse an einem Erwerb des Alten Bahnhofs signalisiert. Der Verein hat unter dem Slogan"'Verrückter Alter Bahnhof 2020" eine Vision entwickelt, wie das Baudenkmal zukünftig renoviert und genutzt werden könnte (www.vabosh.de/vabosh2020.jpg).

Über 1000 Unterzeichner hatten sich der online-Petition für eine öffentliche Nutzung des Alten Bahnhofs angeschlossen. Darunter waren 659 Unterstützer aus Oberschleißheim. Nach vielen Unsicherheiten und Schwenks im Umgang der Bahn mit ihrer Immobilie stehe nun wieder ein Verkauf des Gebäudes in Aussicht, hat "Vabosh" in Erfahrung gebracht. Ziel von Verein und Petition ist, dass der Alte Bahnhof in gemeinnütziger oder öffentlicher Hand renoviert und zu einem Ort der Begegnung umgestaltet werden kann. Ideen für eine Nutzung sind etwa ein Kulturcafé mit Ausstellungsmöglichkeiten für Oberschleißheimer Künstler, ein Heimatmuseum, eine Miniatureisenbahn oder ein Bistro für Touristen sowie Studierende. Der Bahnhof, der 1972 mit der Eröffnung des neuen S-Bahn-Halts weiter nördlich ausrangiert wurde, gehört zu den ältesten Bahnhofsgebäuden der Königlich Bayerischen Ost-Bahn und erlangte auch noch bautechnischen Sonderstatus, als er bei Gleiserweiterungen in Gänze "verrückt" wurde.