Oberschleißheim Frohe Botschaft

Privatleute aus Oberschleißheim unterstützen den Ankauf des alten Bahnhofs. Die Summe wächst stetig. Mittlerweile sind 74 000 Euro zusammengekommen. Der Verein, der das Gebäude kulturell nutzen will, bereitet sich auf einen kurzfristigen Erwerb vor.

Von Bernhard Lohr, Oberschleißheim

Eine reihe von Privatleuten aus Oberschleißheim sind bereit, Geld in den Ankauf des ehemaligen Bahnhofsgebäudes zu stecken. Das verkündete der stellvertretende Vorsitzende des Vereins "Verrückter alter Bahnhof Oberschleißheim" (Vabosch), Walter Klar, auf der jüngsten Jahresversammlung. Da sprach er noch von 60000 Euro, mittlerweile ist die Summe auf 74000 Euro angewachsen.

Derweil bereiten sich dessen Mitglieder weiter auf den Tag X vor, an dem die Deutsche Bahn das Gebäude abtritt. Es gibt mittlerweile Planskizzen, die zeigen, wie dieses Haus künftig kulturell genutzt werden könnte.

Das alte Bahnhofsgebäude wurde einst wegen des Ausbaus der Bahntrasse um einige Meter verrückt.

(Foto: Robert Haas)

Der neue neunköpfige erweiterte Vorstand des Vereins hat erstmals Beauftragte für bestimmte Fachbereiche ernannt. Für Kultur sind gemeinsam die Malerwitwe Stefanie Lorenz sowie die Künstlerinnen Theresia Maier und Ute Litters-Wagatha zuständig. Um Bauangelegenheiten kümmert sich Ina Strynar. Der engere Vorstand um Vorsitzenden Andreas C. Hofmann sowie die außerordentliche Vorsitzende Anke Schuster, Stellvertreter Walter Klar, Kassiererin Karin Schulze und Schriftführer Jörg Hölsch wurde einstimmig im Amt bestätigt. 50 Mitglieder zählt der Verein mittlerweile.

Die dürfte die Nachricht über den Geldgeber doch ziemlich erfreuen. Schließlich gibt es wenige Vereine im Landkreis, für die greifbare Fortschritte eine größere Bedeutung haben. Seit Jahren halten sie sich an der Vision fest, aus dem alten ehemaligen Bahnhofsgebäude könnte einmal ein für die Bürger öffentliches und kulturell nutzbares Haus werden, samt Ausstellungsraum und Café. Die Gemeinde unterstützt das Bestreben, rang sich aber dennoch nur dazu durch, den symbolischen Betrag von 10 000 Euro für einen Ankauf in den Haushalt 2017 aufzunehmen. Gestärkt durch den Sponsor aus dem Ort prüft der Vorstand laut Mitteilung kurzfristig umsetzbare Finanzierungsmodelle, die gegebenenfalls einen schnellen Kauf des Bahnhofs ermöglichen. Grundsätzlich steht der Verein zu dem Plan, diesen über eine zu gründende Genossenschaft abzuwickeln.

Vorsitzender Hofmann hob auf der Versammlung die Bemühungen des Vereins hervor, auch über die Bundespolitik belastbare Informationen zu den Absichten der Bahn für den Bahnhof zu erhalten. Dieser ist bereits seit der Eröffnung des S-Bahnhofs außer Dienst gestellt. Er verfiel zuletzt mehr und mehr. Die Bezeichnung "verrückter" Bahnhof rührt daher, dass der Bau vor mehr als 100 Jahren wegen eines Ausbaus der Bahnstrecke auf Rollen gesetzt und sechs Meter verschoben wurde.