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Oberhaching:State of the Mundart

Brettlkunst mit Matthias Kellner und Christine Eixenberger

Mag sein, dass in den großen Städten die Mundart allmählich verschwindet oder nur noch verwässert gehört wird, aber viele bayerischen Liedermacher - selbst wenn sie unter dem Label Singer-Songwriter firmieren - verwenden nach wie vor gern den Zungenschlag, mit dem man gewisse Dinge plastischer und farbiger ausdrücken kann. Manches hört sich derber, manches aber auch netter und poetischer an im Dialekt, über den selbst Goethe gesagt hat, dass er doch das eigentliche Element sei, in welchem die Seele Atem schöpft.

Der Straubinger Liedermacher Matthias Kellner, der am Donnerstag, 22. Oktober, in Oberhaching gastiert, gehört zu den Figuren der bayerischen Kleinkunstszene, die ganz besonders von ihrem Timbre leben. Gern präsentiert er unaufgeregte Anekdoten oder skurrile Geschichten aus dem bayerischen Hinterland, Alltagsgeschichten, die sich mitunter in eigenwillige Abenteuer verwandeln. Kellner stellt im Bürgersaal beim Forstner sein musikkabarettistisches Programm "Irgendwie zu ungefähr" vor. Er wird an dem Abend in Oberhaching zwei Vorstellungen geben, von 19 bis 20 und von 21 bis 22 Uhr.

Die Kabarettistin Christine Eixenberger, aufgewachsen am Schliersee, ist dialektal auch nicht auf der Brennsuppn dahergeschwommen, allerdings ist ihre Klangfarbe vom bayerischen Oberland geprägt und nicht zuletzt durch ihr Lehramtsstudium in München abgeschliffen. Die Gewinnerin des Bayerischen Kabarettpreises 2019 (Senkrechtstarter) kommt eine Woche später nach Oberhaching und präsentiert am 29. Oktober dort ihr Programm "Fingerspitzenlösung". Eixenberger, die in der ZDF-Reihe "Marie fängt Feuer" die Hauptrolle spielt, ist ein charismatisches Bühnentier, das frech und boshaft bürgerliche Befindlichkeiten decouvriert. Auch sie gibt zwei rund einstündige Vorstellungen im Bürgersaal, Beginn ist um 19 und um 21 Uhr. Karten gibt es für beide Veranstaltungen über www.oberhaching.de oder www.reservix.de.

© SZ vom 14.10.2020 / wat

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