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Oberhaching:Schulcampus mit Kulturräumen und Chill-Area

Bei einer Informationsveranstaltung zeigte Rathauschef Schelle 2019, wo der Schulcampus entstehen soll.

(Foto: Claus Schunk)

Das Gelände von Real- und Fachoberschule soll für alle Altersgruppen offen sein. Am Anfang werden dort aber wohl nur Container stehen

Von Iris Hilberth, Oberhaching

Die Planungen für den Schulcampus am Bahnhof Deisenhofen schreiten voran. Wie Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend erläuterte, soll im Januar der Zweckverband gegründet werden. Im Schuljahr 2022/23 würde man dann die ersten Vorläuferklassen für die Realschule bilden. Dass diese zunächst in den Nachbargemeinden unterkommen könnten, gilt als sehr unwahrscheinlich. Laut Schelle haben sowohl Taufkirchen als auch Holzkirchen abgewunken, da beide Schulen bereits voll sind. So wird es wohl auf Schulcontainer in Oberhaching hinauslaufen, bis schließlich das Gebäude-Ensemble aus Fachoberschule und Realschule fertiggestellt ist. Das habe den Vorteil, dass man bereits mit einem eigenen Schulleiter und einer kleinen Schule am Standort beginnen könne, so Schelle.

Unterdessen hat der Gemeinderat die Ideen konkretisiert, wie das gesamte Quartier westlich der Sauerlacher Straße um den Schulcampus entwickelt werden soll. Dazu hatte er sich im Oktober zu einem Arbeitsgespräch getroffen, dessen Ergebnisse Berater und Moderator Christian Hörmann (CIMA GmbH) im Gemeinderat präsentierte.

Demnach soll der Schulcampus möglichst uneingeschränkt öffentlich zugänglich sein, eine hohe Aufenthaltsqualität haben und ein optimales subjektives Sicherheitsempfinden vermitteln. "Man soll sich dort sicher bewegen können und auch nach Geschäftsschluss wohlfühlen", erläuterte Hörmann. Die Planung muss daher ein Beleuchtungskonzept vorsehen.

Wichtig ist den Gemeinderäten eine vielseitige Nutzungsmöglichkeit für Oberhachinger jeder Altersgruppe. Neben der Hauptnutzung für die Schulen sollen Gebäude und Flächen weitere, flexible Möglichkeiten für Bildung, Sport und Kultur zulassen. Genannt wurden zu Beispiel Räume für Musikschule und Volkshochschule, Montessori-Schule und Band-Übungsräume. Als Treffpunkt sollen etwa eine Piazza, ein Amphitheater und eine Chill-Area entstehen, aber auch der Bestand wie Kita, Grundschule, Kirche und Familienzentrum integriert werden. Großzügige Grünflächen, Kräutergarten, Brunnen, Tischtennisplatten, Skatepark und einiges mehr stehen auch auf der Wunschliste.

Neben Freizeitangeboten wie Jugend-Bistro und Reparatur-Café sowie Platz für die Kultur räumen Oberhachings Gemeinderäte auch dem Wohnen im neuen Quartier einen hohen Stellenwert ein. Neben Wohnraum für junge Leute wie Auszubildende und Studenten sollen auch Möglichkeiten für Senioren geschaffen werden, sich zu Wohngemeinschaften zusammenzufinden. 25 bis 30 Wohneinheiten mit reduziertem Stellplatzbedarf könnten hier entstehen. Größere eigene Handels- und Dienstleistungsflächen sind außer kleinteiliger, ergänzender Service- und Versorgungsangeboten nicht vorgesehen. Dafür fehlt schlichtweg der Platz. Zudem würden größerer Märkte zusätzlichen Verkehr anziehen.

Denn der Campus soll möglichst autofrei erschlossen werden, Parken nur im Untergeschoss möglich sein. Die Erreichbarkeit des Bahnhofs für Fußgänger, Radfahrer und Nutzer von Bus und Bahn soll Vorrang haben gegenüber den Autofahrern. Ausreichend überdachte Fahrradabstellplätze direkt an der Schule stehen daher auf der Prioritätenliste. Auch soll ein möglicher zweiter südlicher Bahnsteigzugang mit einer breiten kombinierter Fuß- und Radwegeunterführung in das Wegenetz integriert werden. Bürgermeister Schelle findet, mit den präzisierten Planungsvorgaben habe Oberhaching "einen Weg gefunden für die wichtigsten Funktionen, die wir uns für die gesamten Bevölkerung erhoffen".

© SZ vom 12.11.2020
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