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Oberhaching:Oberbiberg wird modern

Die Ortsdurchfahrt von Oberbiberg ist vielen aus den Filmen von Marcus H. Rosenmüller bekannt.

(Foto: Claus Schunk)

Die bucklige Ortsdurchfahrt erhält einen neuen Belag und einen Gehweg

Von Iris Hilberth, Oberhaching

Eigentlich ist Oberbiberg ja so, wie es ist, weltberühmt. Oder zumindest deutschlandweit bekannt. Mit dem urigen Wirtshaus Kandler, der Kirche gleich daneben, den alten Höfen und dem Maibaum war es schon oft Kulisse für Filme. In den Rosenmüller-Streifen "Wer früher stirbt ist länger tot" und "Sommer in Orange" war auch immer die bucklige Ortsdurchfahrt zu sehen. Zig mal geflickt, mit Schlaglöchern und ausgefransten Seitenrändern. Und vor allem gänzlich ohne Gehweg. Das soll sich nun endlich ändern. Die Staatsstraße 2368 wird saniert.

Die Oberbiberger haben darauf schon lange gewartet. Im Oberhachinger Rathaus hätte man ihnen eine schöne neue Ortsdurchfahrt auch längst gegönnt. "Die Straße ist in brutal schlechtem Zustand", sagt Bürgermeister Stefan Schelle (CSU). Doch zumindest der Fahrbahnbereich ist Sache des Staatlichen Bauamts Freising. Das hat nun in der jüngsten Gemeinderatssitzung seine Planungen vorgelegt, an Ostern ungefähr soll es losgehen und Oberbiberg bekommt nicht nur eine schöne neue Asphaltdecke, sondern auf der Westseite auch einen Gehsteig, zwei neue Bushaltestellen, eine mit Unterstand, eine mit regulärem Bushäuschen, und eine "Homburger Kante".

Das sind zwei Reihen Pflastersteine mit leichtem Höhenversatz, was nicht nur schick ist und Sehbehinderten hilft, den Straßenrand zu ertasten, sondern auch der Entwässerung dient und verhindern soll, dass das Wasser in die Grundstücke läuft. Und was den Oberbibergern auch wichtig war und den Planern gelungen ist: Sie konnten trotz dieser umfangreichen Baumaßnahme die Kastanie und die Kegelbahn erhalten.

Für die Sanierung der Straße gibt der Freistaat eine Million Euro aus, den Gehweg zahlt die Gemeinde und macht dafür etwa 500 000 Euro locker. 6,70 Meter breit soll die Fahrbahn auf den geraden Abschnitten werden, sechs Meter an der Engstelle nahe dem Gasthaus Kandler. Dort wird der sonst 1,80 Meter breite Bürgersteig bis zum Oberbiberger Marienplatz auch schmaler und nur noch 1,50 Meter messen.

In der Kurve wird die Straße dann wieder breiter, weil sonst Sattelzüge und Busse nicht aneinander vorbeikämen. "Die Situation um die Kirche herum wird sehr entschärft", sagt Bürgermeister Schelle. Insbesondere der neue Expressbus X 320, dessen Route nach dem Fahrplanwechsel 2021/2022 von Wolfratshausen nach Oberhaching durch Oberbiberg führen soll, muss hier gut durchkommen. Auch soll ein barrierefreies Ein- und Aussteigen an den beiden Bushaltestellen garantiert werden. All das wird nun möglich, "da wir uns mit den Grundstücksbesitzern relativ schnell einig geworden sind", wie der Bürgermeister berichtet.

Gerne hätten die Oberbiberger auch noch eine Querungshilfe bekommen. Doch daraus wird erst einmal nichts. 4500 Fahrzeuge sind täglich durch den Ort unterwegs. Der Bürgermeister gibt zwar zu, dass dies von den Anwohner als viel empfunden wird, sagt aber: "Es ist aber eine sehr geringe Belastung." Über die Münchner Straße in Oberhaching beispielsweise rollen täglich 12 000 Autos. Auch wäre für eine Querungshilfe die Straße schlichtweg zu eng. Mit einer solchen Mittelinsel könnte der Schneepflug hier nicht mehr fahren. Und für eine Bedarfsampel ist das Verkehrsaufkommen schlichtweg zu gering.

Ein Radweg hat an der Oberbiberger Ortsdurchfahrt ebenfalls keinen Platz. Der endet auch nach der Sanierung am Ortseingang, wo die Jettenhauser Straße einmündet. Dort müssen die Radler auf die Straße wechseln. Sie bekommen aber, wenn sie aus Richtung Dietramszell kommen und die Fahrbahn wechseln müssen, eine Einfahrt auf den Radweg.

© SZ vom 13.10.2020

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