bedeckt München

Neubiberg:Jede Menge Einsparpotenzial

Die Kosten für das Rathausprojekt sinken um über vier Millionen Euro, in dem man den Ratssaal mehrfach nutzt und die Tiefgarage verkleinert

Von Daniela Bode, Neubiberg

Für die Rathauserweiterung in Neubiberg zeichnet sich ein Weg ab, wie es weitergeht. Während der alte Gemeinderat oft gestritten hatte und das Projekt am Ende mit einer knappen Mehrheit von Grünen und CSU gestoppt wurde, fasste der Sonderausschuss Verwaltungsgebäude am Montagabend einen einstimmigen Beschluss: Die Kosten sollen runter, etwa, indem die geplante Tiefgarage verkleinert und ein angedachter Ratssaal mehrfach genutzt wird. So könnte man die Kosten laut Projektsteuerer Ferdinand Weiss auf 19,7 Millionen Euro senken. Nach dem alten Stand des Projekts lagen diese zuletzt bei fast 24 Millionen. Der neue Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) lobte die Entscheidung: "Das ist heute ein Neustart für das Projekt, ich bin mir sicher, dass wir das gut hinbekommen werden." Er erwarte allerdings Diskussionen.

Zuletzt hatte der Gemeinderat beschlossen, das Thema noch einmal zu behandeln. In mehreren Workshops widmeten sich dann die Vertreter des Sonderausschusses und der Verwaltung unter Begleitung der Projektsteuerer, der Architekten und eines Beraters Arbeitswelt 4.0 noch einmal verschiedenen Aspekten. Als einen zentralen Punkt nahmen sie den bisher geplanten Raumbedarf unter die Lupe. Die Berater fragten bei den Rathausmitarbeitern die Anforderungen ab und ermittelten, ob hier eine Anpassung möglich wäre, auch im Hinblick auf die Planungen der Architekten. Eine raffinierte Lösung: Die bisher als Ratssaal geplante Fläche soll als multifunktionale Besprechungszone genutzt werden. Dadurch könnte einiges an Raum eingespart werden. Laut Weiss würde das, orientiert an Kennwerten, eine Einsparung von rund 1,1 Millionen Euro ausmachen. Weiteres zentrales Thema war, inwieweit die geplante Tiefgarage verkleinert werden könnte. Nach Prüfungen ist es offenbar möglich, baurechtlich nötige Plätze zum Teil auch auf bisher bestehenden Parkplätzen in der Nähe des Rathauses vorzusehen. Zudem soll die Stellplatzsatzung angepasst werden. Angedacht ist nun eine Tiefgarage mit bis zu 40 Plätzen, wesentlich weniger als bisher geplant. Weil es sich dann nicht mehr um eine Großgarage handeln würde, könnten kostspielige bautechnische Sicherungsmaßnahmen entfallen. All das ergäbe laut Weiss ein Einsparpotenzial von 2,4 Millionen Euro.

Die Zustimmung im Gremium war groß, wenn es auch ein paar Rückfragen gab. Reiner Höcherl (Freie Wähler) sprach von einem "schlüssigen Minimalkonzept" und lobte die Mehrfachnutzung des Ratssaals als "sehr gute Idee". Kilian Körner (Grüne) gefiel unter anderem der Aspekt, dass man durch eine mögliche andere Einfahrt in die verkleinerte Tiefgarage den Maibaumparkplatz erhalten könne, wie er ist. Hartmut Lilge (CSU) kritisierte indes die 19,7 Millionen Euro noch immer als zu viel und wünschte sich etwa 15 Millionen. Das irritierte einige samt Bürgermeister, weil Lilge bei den Workshops dabei gewesen sei. Volker Buck (SPD) sagte dazu, wenn man ein gutes Ergebnis erreicht habe, dürfe man nicht haushaltsrechtlich wieder bei null anfangen, sondern müsse einfach einmal beginnen. Am Ende stimmten alle für das geplante Vorgehen, wobei einige Dinge freilich noch offen sind. Läuft nun alles nach Plan, könnte das Projekt bis Ende 2025 abgeschlossen sein. Pardeller freute sich über den Beschluss und hofft, dass auch der Gemeinderat dem Beschluss folgen werde.

© SZ vom 28.10.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite