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Neubiberg:Grüne sorgen sich um den Grünzug

Bebauung im Hachinger Tal wird Thema im Münchner Stadtrat

Vor einer zu dichten Bebauung des Hachinger Tals warnen nun auch die Grünen im Münchner Rathaus. Ihr Stadtrat Herbert Danner hat in einem Antrag an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) gefordert, die wichtige Münchner Frischluftschneise nicht zu zerstören. Danner regte an, dem Stadtrat ein entsprechendes Gutachten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vorzulegen. Nach Danners Ansicht könnte die bisher im Strukturkonzept für das Hachinger Tal vorgesehene Bebauung die Frischluftzufuhr unterbrechen. Die wird durch das sogenannte alpine Pumpen gewährleistet, ein thermisch angetriebenes Luftaustauschsystem zwischen den Alpen und der Münchner Schotterebene. "Das Gutachten des DWD zur Frischluftschneise Hachinger Tal liegt dem Umweltreferat meines Wissens längst vor, ohne dass der Stadtrat bislang darüber in Kenntnis gesetzt wurde", sagt Danner. Schon die seit 2013 vorliegende Klimafunktionskarte zeige eindrucksvoll die Bedeutung des Grünzugs Hachinger Tal als Frischluftschneise für den Münchner Siedlungsraum. Wenn das "Strukturkonzept Hachinger Tal", das derzeit die Bezirksausschüsse in München berieten, tatsächlich realisiert würde, wäre das nach Auffassung des Grünen-Politikers eine ernste Gefahr für die Frischluftzufuhr. Geplant sei darin eine massive Bebauung, vorrangig für Gewerbe auf Neubiberger Flur, aber auch für Wohnungsbau auf Münchner Stadtgebiet.

In Neubiberg geht es um eine Bebauung westlich und östlich des Hachinger Bachs einschließlich des Kapellenfelds und des ehemaligen Löwenbräu-Grundstücks. Dafür hat die Gemeinde im März 2018 die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplans eingeleitet. Gegen die Pläne regt sich auch im benachbarten Unterhaching und am Münchner Stadtrand Widerstand. Die Bürgerinitiative "Frischluftzufuhr für München" hat nach Angaben ihres Sprechers Thomas Kiesmüller im September bereits 700 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt.