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Neubiberg:Gefahr auf dem Dach

Statiker Norbert Gebbeken, Professor an der Universität der Bundeswehr München und Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau

Norbert Gebbeken ist Professor an der Universität der Bundeswehr. Als Statiker kennt sich aus mit der Standfestigkeit von schneebedeckten Dächern und mahnt zur Vorsicht.

(Foto: Bundeswehr-Uni)

Professor aus Neubiberg warnt vor schweren Schneelasten

Der erste ernst zu nehmende Schnee in diesem Winter ist auch im Landkreis München gefallen, in den kommenden Tagen soll noch jede Menge hinzukommen, wenn der Wetterbericht recht behält. Diese Aussichten rufen den Statiker Norbert Gebbeken, Professor an der Universität der Bundeswehr München in Neubiberg und Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer Bau, auf den Plan. Er mahnt: "Fällt Schnee in größeren Mengen, dann sollten Hausbesitzer vorbereitet sein. Denn die Standsicherheit von Dachkonstruktionen könnte gefährdet sein."

Die Hausbesitzer müssten daher wissen, wie viel Schnee die Konstruktion tragen könne. "Schon zehn Zentimeter nasser Schnee bedeuten fast 100 Kilogramm Belastung pro Quadratmeter - etwa die übliche Schneelast von Dächern in München."

Die Werte variieren nach Regionen sehr. Hausbesitzer finden die Angaben zur zulässigen Belastung in den Statikangaben ihres Hauses. Sie müssten aber beachten, dass nicht die Schneehöhe, sondern der Wassergehalt des Schnees entscheidend für das Gewicht sei, erklärt der Fachmann. Experten könnten bei Unsicherheit weiterhelfen. Bestünden Zweifel, ob das Dach ausreichend dimensioniert ist, sollte man sich an einen Statiker wenden.

Handeln sollten Hausbesitzer laut Statiker Gebbeken dringend, wenn sich das Dach sichtbar verformt, Fenster oder Türen klemmen oder der Putz Risse bekommt. Laien sollten Dächer allerdings nicht betreten - das sei zu gefährlich. Wer vorsorglich das Dach vom Schnee räumen lassen möchte, muss einen Dachdecker holen. Nur wenn akut Gefahr besteht, dass das Dach wegen der Schneelast einbricht, kann die Feuerwehr gerufen werden.

Gebbeken rät zu Vorsorge vor dem ersten Schneefall: Dachrinnen, Abläufe und Fallrohre sind von Laub befreien, Oberlichter markieren, Schneefanggitter kontrollieren. Auch nach dem Winter sollten Hausbesitzer die eigenen vier Wände genau inspizieren. War ihr Gebäude längere Zeit von großen Schneelasten betroffen, sollte im Frühjahr der Zustand des Dachtragwerks überprüft werden. Das gelte besonders, wenn die Konstruktion bereits erkennbare Schäden wie Verformungen, Risse oder lockere Verbindungen aufweist.