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Neubiberg:Es wird später und teurer

Die Fertigstellung des Hauses für Weiterbildung verzögert sich

Von Daniela Bode, Neubiberg

Bei der Sanierung des Hauses für Weiterbildung in Neubiberg gibt es erneut unerfreuliche Nachrichten. Mehrere Verzögerungen bei Ausschreibungen und Gewerken führen dazu, dass auch der im Februar genannte Fertigstellungstermin Ende Juni nicht eingehalten werden kann. Außerdem sind die Gesamtkosten erneut gestiegen, und zwar um etwa 166 000 Euro auf insgesamt 5,96 Millionen Euro. Der Gemeinderat hat die Entwicklung in seiner Sitzung am Montag zähneknirschend zur Kenntnis genommen. Außerdem hat er den erhöhten Kosten und einer Erhöhung des Risikopuffers mehrheitlich zugestimmt. Mit einer Fertigstellung des Hauses sei nun Mitte oder Ende August zu rechnen, hieß es.

Unter anderem hatte es bei der Firma, die den Estrich verlegte, Verzögerungen gegeben. Am Ende wurde der Firma gekündigt. Mehrere Änderungen, die nicht im bisherigen beauftragten Umfang enthalten, aber nötig waren, führten zudem zu höheren Kosten. Zuletzt gab es laut der Beschlussvorlage der Verwaltung Probleme mit einem Elektro-Fachplanungsbüro, das offenbar unter anderem Freigaben an andere Firmen nicht so erteilte, dass diese weiterarbeiten konnten. Das Fachbüro wurde aufgefordert, seine Leistungen vertragsgemäß zu erbringen. Die Corona-Pandemie führte zusätzlich dazu, dass Termine auf der Baustelle nicht wie sonst üblich wahrgenommen werden konnten.

Projektsteuerer Erwin Kuhn vom Büro KMP musste sich einige kritische Nachfragen anhören. "Wer hat das angeordnet"? "Wofür haben wir Sie überhaupt beauftragt?", so und so ähnlich lauteten die Anmerkungen des sichtlich verärgerten Gemeinderats Norbert Strama (Freie Wähler). Kuhn stellte sich den Fragen, gab auf alles eine Antwort. Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) glättete die Wogen. "Wie es gelaufen ist, ist nicht gut", sagte er. "Wir können jetzt aber nur sehen, dass die Baustelle zügig vorangeht", sagte er.

Er kündigte zudem an, die Probleme juristisch aufzuarbeiten und Schadenersatz- und Regressforderungen zu prüfen. Was man jetzt nur tun könne, sei "nach vorne schauen und daraus lernen". Einzig positive Auswirkung, die die Verzögerungen haben könnten: Die infolge der Corona-Krise beschlossene Mehrwertsteuersenkung auf 16 Prozent gilt für Abnahmen, die nach dem 1. Juli bis Ende des Jahres erfolgen. Das könnte auf einige Leistungen bei dem Vorhaben zutreffen.

© SZ vom 25.06.2020

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