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Neubiberg:Einvernehmlicher Einstand

Kilian Körner (links) und Reiner Höcherl (rechts) vertreten künftig Bürgermeister Thomas Pardeller von der CSU.

(Foto: Claus Schunk)

In Neubiberg wird der Grüne Kilian Körner Zweiter und Reiner Höcherl von den Freien Wählern Dritter Bürgermeister

Natürlich muss sich Neubibergs neuer Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) in nächster Zeit erst beweisen. Ein harmonischer Neustart ist aber schon einmal geglückt. Bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats am Montagabend in der Turnhalle der Grundschule Neubiberg fielen alle Entscheidungen einstimmig und alle Fraktionen schienen mit der Verteilung der Posten im Gremium zufrieden. Kilian Körner von den Grünen wurde zum Zweiten Bürgermeister, Reiner Höcherl von den Freien Wählern einstimmig zum Dritten Bürgermeister gewählt. "Wir spielen alle die Hauptrolle, uns allen gehört die Bühne", sagte Pardeller in seiner Antrittsrede zu den Gemeinderäten. Der Bürgermeister habe die Rolle des Steuermanns. Er betonte wie schon öfter, auch die Bürger mehr einbinden zu wollen. Gleichzeitig verschwieg er nicht, dass nicht immer alle einer Meinung sein werden. Er sprach auch von Respekt vor dem Amt, gerade jetzt in der aktuellen Krise.

Das übliche Procedere in einer konstituierenden Sitzung wurde an die besonderen Bedingungen der Corona-Pandemie angepasst. Die zehn neuen Gemeinderäte standen mit Abstand zueinander auf der Bühne, als Pardeller sie vereidigte. Auf dem Weg von ihren Einzeltischen zu den Kabinen für die Wahl der weiteren Bürgermeister setzten die Gemeinderäte ihre Schutzmasken auf. Alle 23 gültigen Stimmen entfielen auf Körner als zweiter Bürgermeister, alle 24 gültigen Stimmen bekam Höcherl als dritter Bürgermeister.

Mit der Wahl gelang, was Pardeller sich vorgenommen hatte, nämlich Posten nach dem Ergebnis der Kommunalwahl zu vergeben. Die Grünen haben wie die CSU sieben Sitze im Gemeinderat erhalten, die Freien Wähler als drittstärkste Kraft vier. In Körner und Höcherl kamen die unterlegenen Bürgermeisterkandidaten ihrer Gruppierungen zum Zug. "Mir liegt an einer guten und ehrlichen Zusammenarbeit", sagte Körner.

Ganz leer ging auch die SPD nicht aus, die mit Volker Buck bisher den zweiten Bürgermeister stellte. Dieser wurde als ältestes Gemeinderatsmitglied weiterer Stellvertreter, für den Fall, dass alle Bürgermeister verhindert sind.

Insgesamt stimmte sich das Gremium mit verschiedenen Änderungen auf neue Zeiten ein. So erhalten die Ausschüsse teilweise neue Namen. Der Planungs- und Umweltausschuss wird etwa in Planungs-, Infrastruktur- und Umweltausschuss umbenannt. "Das ist ein zukunftsfähiger Ausschuss, der große Themen behandeln wird", sagte der Bürgermeister. Zudem ist der Feuerwehrausschuss nicht mehr nur ein Sonderausschuss. Der Gemeinderat entschied sich außerdem für einige Veränderungen in seiner Geschäftsordnung. Beispielsweise gibt es nun einen Ferienausschuss. Zudem gibt es neue Referenten wie den Jugendreferenten sowie einen Umwelt- und Klimaschutzreferenten. Im Vorfeld hatte es gemeinsame Gespräche der Fraktionen gegeben. Insgesamt war der Rathauschef zufrieden: "Wir haben uns eine moderne Geschäftsordnung für die nächsten Jahre gezimmert."

Die neun Referentenposten wurden entweder in bewährten Händen belassen oder passend zu den Kernanliegen der Fraktionen besetzt. So bleiben etwa Hartmut Lilge (CSU) Finanzreferent, Maria Weiß (SPD) Sozialreferentin und Bernhard Rott (CSU) Baureferent. Jürgen Leinweber (Grüne) ist nun Umwelt- und Klimaschutzreferent. Lukas Jochum (Überparteiliche Wählervereinigung der Studenten an der Bundeswehruniversität, USU) wurde zum Universitäts- und Digitalisierungsreferenten bestellt. Das Referat hatte seine Fraktion vorgeschlagen.

Neu sind auch sämtliche Fraktionsvorsitzende: Lucia Kott bei den Grünen, Leon Bogner bei der CSU, Elisabeth Gerner bei der SPD, Reiner Höcherl bei den Freien Wählern und Lukas Jochum bei der Fraktion USU/Junge Neubiberger, der sich auch Michael Weigle von der FDP angeschlossen hat.

© SZ vom 13.05.2020

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