Neubiberg:Einstimmiges Votum für Rathaus-Pläne

Rathaus in Neubiberg, 2018

Das Neubiberger Rathaus erhält einen modernen Anbau.

(Foto: Claus Schunk)

Gemeinderat bringt die lange umstrittene Erweiterung auf den Weg

Von Daniela Bode, Neubiberg

Die Chancen, dass die Neubiberger in ein paar Jahren ein modernes, erweitertes Rathaus haben, stehen nicht schlecht. Denn der Gemeinderat hat nach mehr als zwei Jahren Planungen, die aus Kostengründen noch einmal auf den Kopf gestellt worden waren, am Montag einstimmig den Vorentwurf für die Rathaussanierung und -erweiterung beschlossen. Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) freute sich über den Beschluss: "So weit waren wir noch nie bei dem Rathausprojekt."

Wie die Planer noch einmal erläuterten, ist im Vergleich zum ursprünglichen Entwurf der Erweiterungsbau kompakter gestaltet, unter anderem um fünf Meter verkürzt. Das Raumprogramm war noch einmal überarbeitet worden. Auch ist die Tiefgarage auf 30 Plätze verkleinert worden. Unter anderem deshalb konnten die Planer den Kostenrahmen von 20 Millionen Euro einhalten, den sich das Gremium gewünscht hatte. Versetzt zum alten Rathaus wird in Holz-Stahlbeton-Hybridbauweise ein Gebäude entstehen, das die Form des Bestandsgebäudes mit seinem Satteldach aufnimmt und über einen Flachbau mit diesem verbunden ist.

Der Gemeinderat entschied sich zudem für ein paar Extras, die Planer und Verwaltung zusätzlich vorgeschlagen hatten. Sie werden weitere Kosten verursachen. Am neuen Rathausvorplatz sollen ein Trinkbrunnen und ein Wasserspiel geschaffen werden, dabei sollen aber weitere Einsparpotenziale geprüft werden. Auf dem Dach soll eine Fotovoltaikanlage angebracht werden. Außerdem soll auch in allen Büros im Erweiterungsbau eine mechanische Lüftung installiert werden. Letztere hatte der Sonderausschuss Bauvorhaben noch abgelehnt, doch die Erläuterung von Bauamtsleiter Christian Einzmann überzeugte am Ende offenbar. Er stellte dar, dass man sich die Flexibilität für die Zukunft verbauen würde, würde man nun darauf verzichten. Das Plenum lehnte es aber anders als der Sonderausschuss aus Kostengründen ab, den Maibaumparkplatz und den Weg von der Hauptstraße zum Rathausvorplatz aufzuwerten.

Obwohl der Sonderausschuss das Thema schon vorbesprochen hatte, gab es im Gemeinderat viel Redebedarf. Ein großes Thema war der Energiestandard des neuen Gebäudes, der in der Planung auf KfW 55 festgelegt ist. Pascale Kollwitz-Jarnac von den Grünen forderte den besseren Standard KfW 40 und fragte, warum nicht auch dieser geprüft worden sei, wie sie es angeregt hatten. Von der Verwaltung hieß es, dass der Standard KfW 55 aus der bisherigen Planung übernommen worden war. Wie der Fachplaner klarstellte, handelt es sich bei diesem um keinen schlechten Standard, er sei beim Primärenergiebedarf um 20 Prozent besser als der gesetzlich vorgeschriebene.

Pardeller sprach schließlich klare Worte: Entweder man akzeptiere den Standard KfW 55 oder man wolle einen darüber hinausgehenden, dann aber mit den Konsequenzen, dass der Terminplan nicht eingehalten werden könne und die Kosten höher würden. "Man kann nicht sagen, man will den höchsten Standard, aber die minimalen Kosten", sagte er. Grünen-Fraktionsvorsitzende Lucia Kott plädierte angesichts des Klimawandels dafür, den Umweg einer weiteren Prüfung als Entscheidung für die Zukunft zu machen. Jürgen Knopp (Freie Wähler) wollte unter anderem wissen, wie groß der ökologische Nutzen einer Lüftungsanlage in den Büros sei und vermisste Zahlen. Stephanie Konopac (Freie Wähler) wollte sichergehen, dass das Personal mit dem Entwurf zufrieden ist. Robert Thonicke, stellvertretender Hauptamtsleiter bestätigte, dass die Wünsche der Abteilungsleiter umgesetzt seien und es einen kleinen Puffer bei den Arbeitsplätzen gebe.

Nicola Gehringer (CSU) beantragte schließlich eine Sitzungsunterbrechung. Danach stimmten alle für den Vorentwurf. "Wir wollen jetzt Nägel mit Köpfen machen", sagte SPD-Fraktionschefin Elisabeth Gerner. Die Grünen beugten sich zähneknirschend: "Wir finden es aber sehr schade, dass wir keine Entscheidung zwischen den Standards KfW 55 und KfW 40 haben", sagte Kott.

© SZ vom 21.07.2021
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