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Neubiberg:Die ältere Generation drückt aufs Tempo

Nach einem flammenden Plädoyer für den zügigen Bau eines Seniorenzentrums bringt der Gemeinderat das Projekt voran

Die Chancen, dass es mit den Planungen zum Seniorenzentrum in Neubiberg bald weitergeht, steigen. Das Grundstück an der Hauptstraße 12, auf dem auch das neue Seniorenzentrum wieder stehen soll, kann bei Bedarf in eine Art schnelleres Bebauungsplanverfahren mit aufgenommen werden. Das hat der Gemeinderat zuletzt mit großer Mehrheit gegen die Stimmen des Bürgermeisterkandidaten Kilian Körner und Thomas Maier, beide Grüne, entschieden.

Die ehemalige Gemeinderätin Elisabeth Stettmeier hatte in der Funktion als Sprecherin des Seniorenzentrumsbeirats in der Sitzung ein flammendes Plädoyer für die Zustimmung gehalten. "Wenn das Projekt in das schlanke Verfahren aufgenommen würde, könnte es pragmatisch bearbeitet und zeitnah zur Bebauung freigegeben werden - das wäre unser Wunsch und Ziel", sagte sie. Die Gemeinderäte sollten mit der Entscheidung zeigen, dass sie wirklich den Willen haben, sich für "uns Senioren einzusetzen". Sie warteten nun schon seit 20 Jahren auf ein neues Seniorenzentrum. Von den zahlreichen Senioren im Publikum erntete sie viel Applaus.

Hintergrund der Entscheidung ist: Das Grundstück an der Hauptstraße 12 fällt in den Bereich eines Bebauungsplans, der ein riesiges Gebiet umfasst. Der Gemeinderat hatte im April beschlossen, den Bebauungsplan zu ändern, um an den Grundstücken nördlich der Hauptstraße zwischen Wittelsbacher- und Kaiserstraße eine geordnete städtebauliche Entwicklung zu sichern. Auslöser war ein Baugenehmigungsverfahren für das Grundstück in der Hauptstraße 27/27a gewesen. Doch es stellte sich heraus, dass die Änderung des gesamten Bebauungsplans mehrere Jahre dauern würde, unter anderem weil viele Interessen verschiedener Wohnungseigentümer - dort liegen viele Wohnungseigentümergemeinschaften - zu berücksichtigen wären. Daher schlug die Verwaltung vor, den Bebauungsplan nur punktuell für bestimmte Grundstücke zu ändern, für die es eine konkrete Planung gibt, und zwar in der Hauptstraße 27 und 27a sowie in der Hauptstraße 21 und Wittelsbacher Straße 2a. Die Verwaltung empfahl nun, optional auch die Hauptstraße 12 in dieses schlanke Änderungsverfahren mit aufzunehmen. Optional insofern, als das Landratsamt derzeit einen Bauantrag für das Seniorenzentrum prüft, der viele Befreiungen vom Bebauungsplan vorsieht. Sollte das Landratsamt diesen nicht genehmigen, soll das Projekt eben in das Änderungsverfahren mit aufgenommen werden.

Bürgermeister Günter Heyland von den Freien Wählern warb auch bei den Grünen und der CSU, die im Planungsausschuss ihre Zustimmung verweigert hatten, um ihr Plazet. Anderes stünde im Widerspruch zu dem Versprechen des Gemeinderats, dass das Seniorenzentrum rasch gebaut werden solle, sagte er. CSU-Bürgermeisterkandidat Thomas Pardeller sagte, dass er eine Planung aus einem Guss bevorzuge und seine Fraktion nur zustimmen würde, wenn die Bebauung der Hauptstraße insgesamt schon mit antizipiert werde. Heyland begrüßte es, dass Bewegung in die Abstimmungsüberlegung gekommen war, betonte aber, dass es schwierig sei, die Forderung umzusetzen, weil für die weiteren Grundstücke keine konkrete Planung vorliege. Nachbargrundstücke werde man freilich mit betrachten. Am Ende stimmte auch die CSU für den Vorschlag der Verwaltung. Der Bürgermeisterkandidat der Grünen, Kilian Körner, blieb dabei, den Bebauungsplan nur im Ganzen betrachten zu wollen. Hinsichtlich des Seniorenzentrums wollte er zudem die Entscheidung des Landratsamts erst abwarten.

Heyland freute sich über die Entscheidung und sagte: "Ich hoffe, dass wir zügig weiterkommen mit dem Seniorenzentrum." Der Gemeinderat hatte vor etwa einem Jahr entschieden, dass es neu gebaut werden soll. Eine Machbarkeitsstudie des Riemerlinger Architekturbüros Gassner und Zarecky liegt vor. Das Haus will die Gemeinde als Bauherrin in Kooperation mit der Baugesellschaft München-Land errichten.