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Neubiberg:Der lange Weg zur Fahrradstraße

Neue Fahrradstraße in Ottobrunn

Die Cramer-Klett-Straße in Neubiberg soll wie die Gutenbergstraße in der Nachbargemeinde Ottobrunn zur Fahrradstraße werden.

(Foto: Sebastian Gabriel)

Der Gemeinderat greift die drei Jahre alten Pläne für eine beliebte Schüler-Route wieder auf

Von Daniela Bode, Neubiberg

Auf der Cramer-Klett-Straße in Neubiberg radeln Schüler vor und nach Schulbeginn oft nebeneinander, oft fahren Autos schneller als die erlaubten 30 Kilometer pro Stunde. Schon länger hat sich die Gemeinde daher vorgenommen, die Situation hier fahrradfreundlicher und sicherer zu gestalten. Bereits 2018 beschäftigte sich der Planungsausschuss mit der Idee, dort eine Fahrradstraße einzurichten. Doch wegen Personalmangels blieb das Projekt liegen. Nun hat sich der Gemeinderat erneut damit befasst. Das Interesse an der Einrichtung einer Fahrradstraße ist noch immer groß. Doch es sollen erst offene Fragen geklärt werden und das Thema dem Gemeinderat im Herbst erneut vorgelegt werden.

Den Radverkehr zu fördern, hat die Gemeinde bereits 2014 in ihrem Radverkehrskonzept festgelegt. Die Cramer-Klett-Straße zwischen Ottobrunn und der Stadt München ist darin als Strecke aufgeführt, die eine besondere Bedeutung für die fahrradfreundliche Erschließung der Gemeinde hat. Schüler des an der Straße liegenden Neubiberger Gymnasiums hatten sich in einem P-Seminar mit der Strecke beschäftigt und der Gemeinde 2018 unter anderem die Einrichtung einer Fahrradstraße von der OMV Tankstelle an vorgeschlagen.

Im Gemeinderat erläuterte Verkehrsplaner Ralf Kaulen, der Neubiberg auch beim Radverkehrskonzept begleitet hatte, nun erneut die Situation. Schon im Radverkehrskonzept ist vorgesehen, den Radverkehr langfristig sicher auf der Fahrbahn zu führen. Insbesondere wegen des in den Morgen- und Mittagsstunden pulkartig auftretenden Schülerverkehrs wird vorgeschlagen, die Achse als Fahrradstraße auszuweisen. Wie Kaulen in der Sitzung unter anderem erläuterte, hätte diese Lösung den Vorteil, dass dort ein Nebeneinanderfahren erlaubt sei und die Radfahrer bevorrechtigt seien vor den Autos. Er empfahl auch, die Gesamtachse zu betrachten.

Im Gremium gab es einige Nachfragen. Franziska Zeller (CSU) etwa wollte wissen, ob die Autofahrer dann Ausweichrouten suchten. Dieses Problem sieht Kaulen eher nicht, wie er sagte. Dennoch sagte Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) zu, dass das überprüft werden soll. Außerdem will die Gemeinde sich mit den Nachbarkommunen über deren Zielvorstellung für die Route abstimmen. Wie Pardeller mit Blick auf Ottobrunn betonte, steht ja 500 Meter weiter das nächste Gymnasium. Auch der Frage nach Unfällen auf der Straße soll nachgegangen werden.

Wegen der Prüfabsichten gab es im Gemeinderat die Befürchtung, dass sich die Ausweisung der Fahrradstraße weiter verzögern wird. "Wenn wir jetzt erstmal anfangen uns abzustimmen, wird es sich wieder hinziehen", sagte Lucia Kott (Grüne). Auch angesichts des Versprechens, das man den Schülern gegeben habe, und der vielen Radler, plädierte sie für ein schnelles Handeln. Ähnlich äußerte sich Verkehrsreferent Jürgen Knopp (Freie Wähler). Bürgermeister Pardeller versicherte, man wolle alle offenen Fragen abarbeiten und dennoch zügig vorankommen. Auch wenn Ottobrunn nicht mitmache, heiße das ja nicht, dass Neubiberg keine Fahrradstraße ausweise.

© SZ vom 22.04.2021
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