bedeckt München

Nachverdichtung:Mehr Grün, aber nicht weniger Häuser

Auf dem Grundstück an Rotdornweg und Birkenstraße sollen 29 Reihenhäuser entstehen.

(Foto: Claus Schunk)

Taufkirchner Gemeinderäte versuchen, am Rotdornweg mehr Bäume zu erhalten

Von Patrik Stäbler, Taufkirchen

Kein anderes Thema im Bauausschuss des Taufkirchner Gemeinderats hat in den vergangenen Monaten zuverlässig so viele Besucher angezogen wie der Bebauungsplan für das Areal zwischen Rotdornweg und Birkenstraße. Wann immer es um die dort geplante Nachverdichtung ging, reichten die Plätze im Sitzungssaal kaum aus - so auch diesmal, bei der Debatte über den ersten Bebauungsplanentwurf und die dazu eingereichten Stellungnahmen. Unter den Augen der fast zwei Dutzend Zuhörer segnete der Bauausschuss einstimmig jene Pläne ab, die den Weg für voraussichtlich 29 Reihenhäuser auf dem derzeit noch nahezu unbebauten und idyllisch grünen Areal freigeben würden. Der Entwurf wird nun erneut öffentlich ausgelegt, sodass abermals Stellung dazu bezogen werden kann.

Die Anwohner in dem Gebiet haben die beabsichtigte Nachverdichtung von Beginn an kritisiert. Sie wehren sich gegen die geplante Intensität der Bebauung, die Höhe der Häuser und die drohende Fällung etlicher Bäume; zudem fürchten sie Lärm und Verkehr. Zu den im Herbst ausgelegten Plänen gingen dann auch 40 Stellungnahmen von Bürgerinnen und Bürgern sowie drei Interessengruppen ein, die wiederum eine Vielzahl von Anwohnern vertreten. Mehrere davon kritisierten die geplante Zu- und Ausfahrt der Tiefgarage zur Birkenstraße, die eine Verkehrszunahme dort zur Folge hätte. Dies könne die Straße aber verkraften, sagte Bauamtsleiter Stefan Beer in der Sitzung und bezog sich dabei auf ein Gutachten. Demnach sei die Birkenstraße "von ihrer Größe und Breite her zu mehr Verkehr geeignet als der Rotdornweg, der eher nur eine Anliegerstraße ist", so Beer. Jutta Henkel (Grüne) sah dies jedoch anders. Sie regte an, die Zu- und Ausfahrt zur Tiefgarage zu trennen und eine davon auf den Rotdornweg zu leiten. Schließlich sei die Birkenstraße "sehr eng, und es ist unheimlich viel Verkehr dort", sagte Henkel.

Die abermalige Prüfung einer solchen Lösung nahm der Ausschuss ebenso in seinen Beschluss auf wie eine zweite Ergänzung. So sollen der Architekt und das Umweltamt im Rathaus noch einmal untersuchen, ob im Zuge des Bauvorhabens mehr Bäume erhalten bleiben können. Laut dem Entwurf würden 56 von 80 Gehölzen gefällt, die unter die Baumschutzverordnung fallen, sagte Rudi Schwab von den Grünen. Dies widerspreche einem Beschluss des Bauausschusses aus dem Sommer, wonach der Bestand "weitestgehend" erhalten bleiben solle, kritisierte Schwab. Zwar argumentierte Bürgermeister Ullrich Sander (parteilos), dass die Gemeinde in Absprache mit den Fachbehörden so viele Bäume wie möglich erhalten habe. Dennoch beschloss der Ausschuss eine erneute Prüfung.

Peter Hofbauer von den Freien Wählern betonte, dass den Anliegen der Anwohner durchaus Rechnung getragen wurde. So sei die Baudichte deutlich geringer als in der ursprünglichen Planung und unterschreite inzwischen sogar die der umliegenden Bebauung. Ähnlich verhalte es sich mit der Höhenentwicklung, sagte Hofbauer. "Unterm Strich haben die Anwohner über die Bürgerbeteiligung das Maximum rausgeholt." Anders bewertet das Günter Keilhammer, Sprecher einer Gruppe von circa 50 Anliegern. Diese seien ebenfalls der Ansicht, "dass man deutlich mehr Bäume erhalten könnte". Zudem hätten sich die Anwohner stets dafür eingesetzt, dass lediglich 26 Reihenhäuser auf dem Grundstück entstehen, sagt Keilhammer. "Man könnte vieles aus dem Weg räumen, auch was die Abstandsflächen betrifft, wenn man dort ein paar Häuser weniger planen würde."

© SZ vom 05.03.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema