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Mobilität:Unterföhring tritt in die Pedale

Die Gemeinde wird Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen und lässt untersuchen, wie sich eine direkte Radwegeverbindung vom Englischen Garten und von der Isar in den Ort realisieren ließe

Von Sabine Wejsada, Unterföhring

Dass die Bedeutung des umweltfreundliche Radelns bei der Mobilität eine immer größere Rolle einnimmt, zeigt sich nicht nur an den Planungen von interkommunalen Schnellverbindungen und dem Ausbau der Wegenetze. Auch innerörtlich braucht es weitere Anstrengungen, damit noch mehr Menschen das Auto stehen lassen und in die Pedale treten. Im Unterföhringer Gemeinderat sind sich die Fraktionen einig, dass am Ort einiges zu optimieren ist. Nur auf welchem Weg und in welcher Reihenfolge das geschehen soll, darüber ist in der Sitzung am Donnerstagabend gerungen worden.

So haben die Grünen den Antrag gestellt, dass Unterföhring der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen beitreten soll, um sich Tipps von Experten zu holen und im Anschluss zertifizieren zu lassen. Der Gemeinderat folgte dem einstimmig. Die PWU-Fraktion setzte sich in einem eigenen Antrag dafür ein, in einer Machbarkeitsstudie untersuchen zu lassen, wie sich eine direkte Radwegeverbindung vom Englischen Garten und vom Isarradweg nach Unterföhring bewerkstelligen ließe, samt einer Brücke über den Kanal. Laut Fraktionssprecherin Simone Spratter könnte mit einem solchen Bauwerk die für Radler und auch Fußgänger gefährliche Situation auf der Leinthaler Brücke und an der Kreuzung mit der Münchner Straße entschärft werden, wo sich wochentags gerade zu Stoßzeiten zahlreiche Pendler auf ihren Zweirädern und an Wochenenden Familien mit Kindern auf Rädern stauen.

Den Vorschlag von Grünen-Gemeinderat und Drittem Bürgermeister Johannes Mecke, vorerst auf ein solches Gutachten zu verzichten, weil Vertreter der Arbeitsgemeinschaft gefragt werden könnten und sich so das Geld für eine Studie sparen ließ, lehnte Spratter ab. Sie könne sich nicht vorstellen, dass der Verein dies leisten könne und für einen Mitgliedsbeitrag von 1500 Euro aus Unterföhring machen werde, sagte sie. Mecke und Grünen-Fraktionsvorsitzende Gisela Fischer konnten sie nicht vom Gegenteil überzeugen, stimmten nach anfänglichen Zögern dann aber wie alle anderen im Gremium für die Machbarkeitsstudie. Wie Bauamtsleiter Lothar Kapfenberger auf Nachfrage sagte, würde ein solches Gutachten wohl zwischen 10 000 und 20 000 Euro kosten.

Die SPD-Fraktion begrüßte beide Anträge, hat auch selbst noch eine Idee, wie Vorschläge zur Verkehrspolitik in Unterföhring zukünftig gebündelt könnten. In einem Antrag, der in der Sitzung am Donnerstag noch nicht behandelt wurde, spricht sie sich dafür aus, im Rathaus die Stelle eines Mobilitätsmanagers zu schaffen. Dieser soll sich um die Koordination der vielfältigen Aufgaben kümmern wie die arbeitsintensive Vorbereitung für die Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen und um Zukunftsthemen wie Verlängerung der Tram, U-Bahnanschluss und Seilbahn, wie SPD-Sprecher Philipp Schwarz konkretisierte.

© SZ vom 13.02.2021
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