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Mitten in Unterföhring:Buchstabendiebe auf dem Schulhof

Sie klauen zwar keine Ortsschilder, aber dafür einzelne Lettern von Schulgebäuden in Unterföhring. Womöglich eine geheime Botschaft zum Thema Digitalisierung?

Kolumne von Sabine Wejsada

Manche Gemeinden können ein Lied davon singen: Immer wieder klauen Diebe in einer Nacht-und-Nebelaktion die Ortsschilder. Im Februar 2020 musste etwa Petershausen im Landkreis Dachau dran glauben, als alle Schilder Beine bekamen; im Herbst davor ließen Unbekannte drei Schilder in Gammelsdorf im Landkreis Freising mitgehen. Und ganz arg hat es in den vergangenen Jahren das oberösterreichische Dorf Fucking getroffen, wo eine ganze Armada von Spaßvögeln in schöner Regelmäßigkeit die Schilder stahl. Fucking hat sich mittlerweile umbenannt in Fugging - in der Hoffnung, dass die Klauerei damit ein Ende hat.

In den Städten und Gemeinden im Landkreis München kommt es eher selten vor, dass sich Langfinger an den Ortseingängen zu schaffen machen. Während Haar zumindest bei frisuraffinen Schildersammlern beliebt sein könnte, dürften etwa Garching und Oberhaching auf der Liste eher ganz unten stehen, Unterföhring ebenfalls. Dort aber treiben seit Neuestem offenbar Buchstabendiebe ihr Unwesen. Zugeschlagen haben diese finsteren Gesellen ausgerechnet auf dem nagelneuen Schulcampus: Über den Eingängen zur Grundschule und zum Gymnasium fehlt jeweils das große G. Und Unterföhring muss ohne sein kleines e auskommen. Das aber nur nebenbei. Viel interessanter ist, ob die zwei G nur der Anfang waren und eventuell drei weitere von anderen Gebäuden folgen müssen, um in der Mediengemeinde den modernen 5G-Standard aufzubauen.

Dass die weißen Lettern ohne Zutun von Dritten ganz einfach von den Gebäuden abgefallen sein könnten, dürfte indes so gut wie ausgeschlossen sein. Dafür waren die millionenschweren Neubauten auf dem Unterföhringer Schulcampus viel zu teuer.

© SZ vom 19.01.2021
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