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Martinsried:Schnappen nach Luft

Tote Fische

Noch ist nicht endgültig geklärt, woran die Fische im Aquarium in Martinsried verendet sind.

(Foto: Florian Peljak)

Im Aquarium vor dem Biozentrum sterben die Fische

Von Rainer Rutz, Martinsried

Das große Aquarium am Haupteingang des Biozentrums der Ludwigs-Maximilians-Universität auf dem Campus in Martinsried ist normalerweise eine Attraktion: Der Besucher kann Fische bewundern und eine hübsch angerichtete kleine Wasserwelt gleich dazu. Doch seit ungefähr zwei Wochen ist der Anblick deutlich getrübt. Im leicht brackigen Wasser schwimmen tote Fische, manchmal werden sie entfernt, manchmal bleiben sie mehrere Tage lang dort. "Vor etwa zwei Wochen ist das Wasser offenbar gekippt", hat SZ-Leser Anton Polos beobachtet, "es sind auf einen Schlag überwiegend die größeren Fische gestorben.

"Sie trieben mehrere Tage im Becken, ehe sich die Biofakultät durchringen konnte, die toten Fische rauszufangen." Dieser Vorgang, so Polos, wiederholte sich mehrmals. Zwar habe die Univerwaltung nun eine Pumpe eingesetzt, aber die helfe auch nicht: "Auch über dieses Wochenende sind wieder zahlreiche Fische gestorben, nun auch kleinere, die davor wohl gerade noch ausreichend Sauerstoff hatten." Polos kritisiert: "Das Biozentrum will die Situation offenbar aussitzen. In ein paar Tagen wird es in dem Becken nichts mehr zu retten geben." Dieter Leippert ist Leiter der Tierhaltung des Biozentrums. Der Biologisch-Technische-Assistent ( BTA) kennt das Problem. "Immer wieder setzen irgendwelche Leute in dem frei zugänglichen Aquarium Fische aus", sagt er. "Und oft sind das große Fische, für die das Becken gar nicht ausgelegt ist." Die Folge sei, "dass die großen Fische zu wenig Sauerstoff bekommen und sterben." Wer das Becken ständig mit Fischen "füttert", sei unbekannt: "Vielleicht sind das Leute, die auch noch gutwillig glauben, etwas Sinnvolles zu tun."

Auch Brot werde ständig in das Becken geworfen, "es ist ganz schlimm". Man habe die Münchner Fischklinik und die Fischereibehörde bei der Regierung von Oberbayern eingeschaltet: "Aber wir müssen abwarten und herausfinden, ob die toten Tiere krank waren. Vorher können wir nicht abfischen." Man habe Testreihen durchgeführt und festgestellt, dass der Sauerstoffgehalt im Wasser zu niedrig sei: "Wir haben jetzt eine Umwälzpumpe eingesetzt und beobachten die Lage."

Leippert appelliert an die "Tierfreunde": "Man tut den Fischen nichts Gutes, wenn man sie füttert oder andere Fische einsetzt." Die Verwaltung habe jetzt ein Schild aufgestellt. Dass das Biozentrum die Lage hinauszögere, weist er von sich: "Wir tun, was wir können. Wir sind schließlich Biologen."

© SZ vom 24.06.2021
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