Magische Prüfung Zwischen Schweben und Tod

Beherrschen das Spiel mit dem Feuer und den Illusionen: Zehn Absolventen der Zauberakademie Pullach demonstrieren bei der Abschlussprüfung allerlei Facetten ihrer Kunst.

(Foto: Claus Schunk)

Zauberkünstler verblüffen mit ihren Tricks in Pullach

Wenn eine Frau im Brückenwirt öffentlich zerteilt wird und ein Zauberstudent schwerelos über die Bühne schwebt, wird das Pullacher Gasthaus mal wieder zum Theater der Illusionen: die Studenten der Pullacher Zauberakademie präsentieren dort, was sie in den vergangenen zwei Jahren bei Zauberlehrer Harold Voit gelernt haben. Ob klassische Karten- und Bechertricks, Ratespiele, Close-up-Magie direkt an den Tischen der Zuschauer oder Großillusionen mit Hilfe von aufwendigen Requisiten - auch heuer wurde den circa 200 Besuchern ein vielseitiges Programm aus diversen Bereichen der Zauberei geboten. Zehn Zauberstudenten - der jüngste 15 Jahre alt, der älteste Mitte 70 - präsentierten ihr Können am Freitagabend einer fünfköpfigen Jury. Das Publikum quittierte das Dargebotene mit viel Beifall. Insbesondere Robert Rebele, der sich in seiner Vorführung mit der menschlichen Angst vor dem Tod auseinandersetzte und dafür zunächst einen Totenkopf und dann sogar sich selbst über die Bühne schweben ließ, brachte das Publikum zum Staunen. Auf die Auftritte haben sich die Studenten in wochenlanger Arbeit vorbereitet, eine eigene Kür einstudiert sowie an Bühnenbildern und Requisiten gebastelt. Besonders stolz war Akademieleiter Voit über den Teamgeist und die Souveränität der Gruppe vor dem großen Auftritt. Das Lampenfieber sei ihnen kaum anzumerken gewesen.

Dementsprechend geriet die Show fast fehlerfrei: Nur dem ältesten Studenten ging ein Trick daneben, als die Rose, die er für eine Frau im Publikum herbeizaubern wollte, nur zur Hälfte erschien. Weder die Zuschauer noch die Jury nahmen es ihm übel, und so konnten am Ende allen Prüflingen die silberne Ehrennadel der Akademie, eine Urkunde sowie das Prädikat "Geprüfter Zauberkünstler" verliehen werden - ein Titel, der nicht nur auf Visitenkarten, sondern sogar offiziell in den Pass eingetragen werden kann. Was die ausgebildeten Magier künftig machen? Der ein oder andere wird zumindest nebenberuflich als Zauberer auftreten.