bedeckt München 32°

Live-Ticker zur Wahl im Landkreis München:CSU verteidigt Stimmkreise, Grüne auf Platz zwei

wahl

Die Grünen feiern: Im Landratsamt stoßen Christoph Nadler und Claudia Köhler (von links) auf das gute Abschneiden ihrer Partei an.

(Foto: oh)

Ein langer und spannender Wahlabend geht zu Ende, bei dem vor allem viel Warten angesagt war. Hier die vorläufigen Endergebnis auf dem SZ-Live-Ticker.

Von SZ-Autoren, Landkreis München

München, 23.50 Uhr

Der Landkreis München hat gewählt. Die beiden Direktabgeordneten Kerstin Schreyer (Stimmkreis München-Land Süd) und Ernst Weidenbusch (Stimmkreis München-Land Nord) verteidigen ihre Mandate. Das sind die vorläufigen amtlichen Endergebnisse:

wahl

Das erste Ergebnis aus dem Landkreisnorden.

(Foto: oh)

Stimmkreis München-Land Nord (12 von 13 Stimmbezirken ausgezählt):

wahl

So sieht es zur Stunde auf der CSU-"Party" im Alten Wirt in Unterschleißheim aus.

(Foto: oh)

Ernst Weidenbusch (CSU) 30,5 Prozent, Annette Ganssmüller-Maluche (SPD) 11,2 Prozent, Nikolaus Kraus (Freie Wähler) 12,4 Prozent, Claudia Köhler (Grüne) 22,9 Prozent, Thomas Jännert (FDP) 7,4 Prozent, Rainer Gross (AfD) 7,7 Prozent

Zweitstimmen: CSU 33,0 Prozent, SPD 11,1 Prozent, Freie Wähler 9,2 Prozent, Grüne 23,1 Prozent, FDP 7,3 Prozent, AfD 7,6 Prozent

Stimmkreis München-Land Süd (16 von 16 Stimmbezirken):

Kerstin Schreyer (CSU) 32,2 Prozent, Natascha Kohnen (SPD) 12,2 Prozent, Ilse Ertl (Freie Wähler) 8,3 Prozent, Markus Büchler (Grüne) 23,6 Prozent, Helmut Markwort (FDP) 10,3 Prozent, Ulrich Riediger (AfD) 6,9 Prozent

wahl

Endlich: Im Landratsamt trifft das erste Ergebnis ein - es kommt, wie bei jeder Wahl, aus Aying.

(Foto: oh)

Zweitstimmen: CSU 34,4 Prozent, SPD 8,6 Prozent, Freie Wähler 7,9 Prozent, Grüne 26,2 Prozent, FDP 9,0 Prozent, AfD 7,0 Prozent

München, 21.25 Uhr - Neues aus der SPD von Kollege Martin Mühlfenzl

In der SPD wird der Ruf nach Konsequenzen und Erneuerung laut: Nach SPD-Kandidatin Annette Ganssmüller-Maluche sagt die SPD-Kreisvorsitzende Bela Bach: "Das Ergebnis ist vernichtend." Ihr tue es vor allem für die vielen Wahlkämpfer leid, die "so viel investiert und ein Jahr ihres Lebens in diesen Wahlkampf investiert haben". Die Partei brauche jetzt eine schonungslose und unabhängige Analyse. "Aus meiner Sicht ist es auch ganz klar der Stil der Kampagne, der nicht verfangen hat", sagt Bach. Es sei nicht gelungen, Themen zu setzen. "Was wir jetzt machen müssen, ist die Partei inhaltlich und personell zu erneuern", sagt Bach. "Da fordere ich, dass wir einen außerordentlichen Landesparteitag einberufen, und sich der gesamte Landesvorstand sich eine neue Legitimation holt, den Erneuerungsprozess zu gestalten. Sprich: Neuwahlen."

Ismaning, 20.55 Uhr

Aus der Gemeinde Ismaning liegt das Erst-Stimmenergebnis vor. Hier liegt Nikolaus Kraus, der Landtagsabgeordnete der Freien Wähler, mit 29,1 Prozent der Stimmen vor dem amtierenden Stimmkreisabgeordneten Ernst Weidenbusch (CSU), der in Kraus' Heimatort nur auf 21,5 Prozent kommt. Grünen-Kandidatin Claudia Köhler holt 18,3 Prozent, Annette Ganssmüller-Maluche von der SPD 13,2 Prozent.

Landratsamt München, 20.45 Uhr

wahl

Im Landratsamt eingetroffen: Helmut Markwort und Thomas Jännert, die beiden FDP-Direktkandidaten.

(Foto: oh)

Der erste Stimmbezirk im Landkreisnorden ist ausgezählt. CSU-Kandidat Ernst Weidenbusch rutscht unter dir 30-Prozent-Marke, Grünen-Kandidatin Claudia Köhler erreicht mit mehr als 21 Prozent den zweiten Platz, SPD-Kandidatin Annette Ganssmüller-Maluche landet nur auf Platz vier. Aber das ist erst ein Stimmbezirk von 13.

Landratsamt München, 20.40 Uhr - SZ-Reporter hat eine Reaktion aus der SPD zu deren desaströsem Abschneiden.

Jetzt meldet sich auch Annette Ganssmüller-Maluche erstmals zu Wort. Später als geplant ist die SPD-Direktkandidatin im Stimmkreis München-Land Nord vom Landtag ins Landratsamt gekommen - sichtlich und hörbar geknickt. "Es ist deprimierend", sagt sie über das Wahlergebnis ihrer Partei. "Ich habe mir das natürlich besser vorgestellt." Und doch habe sie gemerkt, dass die Stimmung zuletzt schlecht gewesen sei. "Die letzten vier Wochen waren schrecklich", sagt Ganssmüller-Maluche. "Vielleicht habe ich innerlich gespürt, was da kommt." In jedem Fall dürfe dieser "historisch schlimmste Misserfolg" der SPD nicht folgenlos bleiben: "Wir müssen völlig neu beginnen - mit einer völlig neuen Mannschaft."

Unterschleißheim, 20.30 Uhr

SZ-Reporter Bernhard Lohr ist von der Wahlparty der FDP weitergreist nach Unterschleißheim, wo sich die Mitglieder des CSU-Kreisverbands treffen und auf ihren Kandidaten Ernst Weidenbusch warten. Der Kollege trifft dort auf ernste Gesichter.

wahl

Helmut Markwort mit Ehefrau Patricia Riekel.

(Foto: oh)

München, Landratsamt, 20.04 Uhr, es ist so weit, die Ergebnisse aus Aying liegen zuerst vor. Kerstin Schreyer erhält 37,59 Prozentpunkte, Markus Büchler kommt auf 19,91 Prozentpunkte, Ilse Ertl von den Freien Wählern erhält 13,33, Ulrich Riediger (AFD) liegt bei 8,26 und Natascha Kohnen, Spitzenkandidatin der SPD erzielt 7,44 Prozentpunkte.

München, Landratsamt, 19.55 Uhr:

wahl

Sozialministerin Kerstin Schreyer im Landtag

(Foto: oh)

Im Landratsamt geht das Warten warten. Immer noch liegt kein Ergebnis aus dem Landkreis vor. Was machen die Wahlvorstände in den 29 Städten und Gemeinden solange?

München, Landratsamt, 19.53 Uhr, Martin Mühlfenzl hat noch einen Verlierer des Abends ausgemacht. Robert Hamm von den Linken, die den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde deutlich verpasst haben

Klar sei es schade, wenn man nicht reinkommt, sagt Robert Hamm. "Aber wir müssen auch sehen, wo wir hergekommen sind - und wir haben dazu gewonnen", sagt der Direktkandidat der Linken im Norden. Er habe sehr viel positive Rückmeldungen im Wahlkampf bekommen: "Wir müssen diesen Trend verfestigen und uns auch kommunal noch besser verankern." Denn es brauche auch in Bayern linke Politik: "Eigentlich kann ich nicht verstehen, wenn man uns nicht wählt", sagt Hamm.

München Maximilianeum, 19.49 Uhr, Kollegin Iris Hilberth hat mit Peter Paul Gantzer aus Haar gesprochen, der seit 1978 für die SPD im Landtag saß und nun nicht mehr kandidierte

Peter Paul Gantzer sagte: "Ich habe das kommen sehen. Zerstrittene Parteien werden nicht gewählt. Das gilt auch für die CSU. Heute Abend muss ich erst mal Natascha trösten. Sie kann am wenigsten etwas dafür. Wir sollen froh sein, dass wir sie haben und nicht schon wieder nach einem Wechsel rufen."

München Landratsamt, 19.43 Uhr, SZ-Redakteur Martin Mühlfenzl fängt erste Aussagen von SPD-lern ein. Ismanings Bürgermeister Alexander Greulich will keine Personaldebatten führen

Erste Reaktion von den Sozialdemokraten aus dem Landkreis. "Desaströs", sagt Ismanings Bürgermeister Alexander Greulich angesichts des Absturzes seiner Partei. Er habe nicht mit einem derart "ernüchternden Ergebnis" gerechnet, sagt er. Jetzt gelte es "Vieles zu hinterfragen". "Es liegt wirklich Vieles im Argen", sagt Greulich. "Wir müssen uns fragen, wie wir wieder bei den Menschen punkten und Vertrauen zurückgewinnen." Personaldebatten mit Blick etwa auf Natascha Kohnen will er nicht führen.

München, Landratsamt, 19.39 Uhr, Helmut Markwort kommt ins Landratsamt und spricht mit SZ-Mitarbeiter Patrik Stäbler auch über die SPD

Nun ist auch Helmut Markwort, der FDP-Direktkandidat im Stimmkreis München-Land Süd, im Landratsamt angekommen - im Anzug und mit gelbem Schal um den Hals. "Es wird eine Zitterpartie", sagt er mit Blick auf die Prognosen, die seine Partei aktuell bei 5,2 Prozent der Stimmen sehen. Markwort ist heute in seinem Heimatort München unterwegs gewesen, "und überall habe ich Schlangen vor den Wahllokalen gesehen", sagt er. Die hohe Wahlbeteiligung von prognostizierten 72,5 Prozent "hat uns vielleicht geschadet", mutmaßt Markwort. Die "größte Hammer" an diesem Wahlabend ist aus seiner Sicht der Absturz der SPD.

München, Landratsamt, 19.25 Uhr - SZ-Mitarbeiterin Irmengard Gnau beobachtet die Freien Wähler, einen der möglichen Koalitionspartner der CSU:

Nikolaus Kraus muss sich noch gedulden, bis er weiß, ob er seine Arbeit als Landtagsabgeordneter fortsetzen darf. 2013 erfuhr der Freie Wähler-Kandidat am Dienstag nach der Wahl von seiner Ismaninger Gemeinderatskollegin Annette Ganssmüller-Maluche (SPD), dass er über die Liste den Sprung ins Parlament geschafft hatte. Ob seine SPD-Konkurrentin heuer die Nachricht überbringt, ist fraglich. Mit dem Ergebnis seiner Freien Wähler zeigt sich Kraus aber recht zufrieden. "Wenn man dreimal hinter einander zweistellig in den Landtag kommt, ist das ein gutes Ergebnis", sagt er. Die hohe Wahlbeteiligung bewertet auch Kraus sehr positiv, allerdings gibt er zu bedenken, dass das auch bedeutet, dass viele die AfD gewählt hätten. Mit deren Vertretern müsse man sich künftig im Maximilianeum auseinandersetzen, hoffentlich sei dort anders als im Bundestag eine sachliche Diskussion möglich.

Das fordert Rainer Gross, Direktkandidat der AfD im nördlichen Landkreis, auch: Die Sachpolitik müsse bei seiner Partei künftig im Vordergrund stehen, nicht mehr der Protest als Programmpunkt. Grundsätzlich sei er erfreut, dass die AfD den Einzug in den Landtag geschafft hat, sagt Gross, doch man habe sich noch mehr erwartet. Seine eigenen Chancen auf einen Platz im Maximilianeum schätzt der Germeringer eher gering ein.

München, Landratsamt, 19.15 Uhr - SZ-Mitarbeiter Patrik Stäbler hat mit Landrat Christoph Göbel (CSU) gesprochen:

Landrat Christoph Göbel (CSU): "Es ist ein ausgesprochen unerfreuliches Ergebnis, das nach den Umfragen in den vergangenen Wochen aber nicht überraschend kam. Aus meiner Sicht hat die CSU zwei Kardinalfehler begangen. Erstens will der Unions-Wähler Geschlossenheit, und die haben wir ihm nicht geboten. Zweitens stand die CSU einmal für klare Werte und einen klaren Kurs, doch den konnte man diesmal nicht spüren. Ich erwarte jetzt, dass wir schleunigst zur Sachpolitik zurückkehren und dass der Ministerpräsident die Koalitionsverhandlungen führt. Sowohl mit den Grünen als auch mit den Freien Wählern gibt es große Überschneidungsmengen, aber es gibt auch viel zu diskutieren."

München-Neuhausen, 19.10 Uhr - SZ-Redakteur Bernhard Lohr hat auf der FDP-Wahlparty mit Helmut Markwort gesprochen:

wahl

Grünen-Kandidatin Claudia Köhler mit Sohn

(Foto: oh)

Helmut Markwort, früherer Focus-Chefredakteur und Direktkandidat im Stimmkreis München-Land Süd, sagt, er habe ein besseres Ergebnis erhofft, jetzt sei es eine "Zitterpartie", immerhin mit einer Fünf am Anfang vorneweg. Er persönlich habe gekämpft, mehr als 100 Veranstaltungen, nicht nur im Münchner Umland, auch in Franken. Er sei als bekannter Kopf sehr viel unterwegs gewesen, ein Marathonlauf sei das gewesen. Hoffentlich werde am Ende des Abends eine Fünf vor dem Komma stehen.

Thomas Jännert, Direktkandidat im Stimmkreis München-Land Nord, zeigte sich überrascht über die knappe Angelegenheit. Er habe im Wahlkampf anderes wahrgenommen. Die Menschen seien offen gewesen für die liberalen Themen. Bildung, Familie, Fachkräftemangel - daran wolle man arbeiten.

SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen mit Tochter Hannah im Wahllokal in Neubiberg.

(Foto: AFP)

Landratsamt München, 18.55 Uhr - SZ-Kollege Martin Mühlfenzl hat mit dem amtierenden Stimmkreisabgeordneten Ernst Weidenbusch gesprochen:

Ernst Weidenbusch ist aus dem Landtag ins Landratsamt gekommen. Oder geflohen? "Wie erwartet", sagt der CSU Landtagsabgeordnete zum Abschneiden seiner Partei - und hat auch die Schuldigen schon ausgemacht. "Die in Berlin", sagt Weidenbusch und meint das eigene Spitzenpersonal in der großen Koalition. Die würden "seit drei Jahren abgehoben, weg von den Menschen Politik machen", sagt der Haarer. Die Hauptverantwortung aber liegt nicht bei Horst Seehofer allein: "Wenn ein Alexander Dobrindt nicht weiß, dass ein Volker Kauder als Fraktionschef abgewählt wird, braucht man sich nicht wundern", sagt Weidenbusch über den Landesgruppenchef. Ob die also erst mal ihre Arbeit in Berlin machen sollen? "Die sollen oben bleiben", sagt Weidenbusch. Er selbst gibt sich zuversichtlich, dass Direktmandat trotz der Verluste wieder gewinnen zu können.

Landratsamt München, 18.50 Uhr - SZ-Mitarbeiter Patrik Stäbler hat Reaktionen von AfD und Freien Wählern:

Die ersten Prognosen sagen der AfD rund elf Prozent der Stimmen voraus - für Ulrich Riediger, den Direktkandidaten im Stimmkreis München-Land Süd eine Enttäuschung. "Das ist nicht zufriedenstellend", sagt der 64-Jährige, der als einer der ersten Gäste im Landratsamt erschienen ist. "Ich hätte gedacht, dass wir mindestens bei vierzehn Prozent landen." Auch die Erfolge der Grünen, "eine Lifestyle-Partei für Hedonisten", wie Riediger sie nennt, hätten ihn überrascht, sagt er. Die "enorme Wahlbeteiligung" von prognostizierten 72,5 Prozent führt der AfD-Mann darauf zurück, "dass die Leute die Nase voll haben".

Otto Bußjäger, stellvertretender Landrat aus Höhenkirchen-Siegertsbrunn, zeigt sich zufrieden mit dem prognostizierten Ergebnis seiner Freien Wähler von 11,5 Prozent. "Wir sind zum dritten Mal zweistellig und haben unser Ergebnis zum dritten Mal gesteigert. Das zeigt, dass die Freien Wähler auf die richtigen Themen und die richtigen Personen gesetzt haben." Er plädiere nun für eine Koalition aus zwei Parteien, sagt Bußjäger, etwa aus CSU und Freien Wählern. Auf diese Konstellation angesprochenen sagt er freilich: "Das müssen anderen entscheiden." Erfreulich sei in jedem Fall, so Bußjäger, "dass es uns gelungen ist, die AfD bei nur elf Prozent zu halten. Das sah in den Prognosen vor ein paar Wochen noch ganz anders aus."

Landratsamt, 18.45 Uhr - SZ-Redakteur Martin Mühfenzl berichtet:

Um kurz nach 18 Uhr reißt Claudia Köhler die Arme nach oben und liegt kurz danach in den Armen von Christoph Nadler. 18,5 Prozent in der ersten Hochrechnung. "Sensationell", sagt die grüne Direktkandidatin im Stimmkreis München-Land Nord. "Es ist einfach der Hammer, dass wir die Werte aus den Umfragen halten konnten", sagt Köhler im Foyer des Landratsamtes. "Wir haben schon im Wahlkampf gemerkt, dass uns die Leute anspornen, dass sie viel von uns erwarten und haben es auch an die Wahlurne getragen." Für sie sei das auch "ein klarer Regierungsauftrag" - "und wir wollen regieren". Aber auch nicht um jeden Preis, sagt Köhler.

Christoph Nadler, Fraktionschef der Grünen im Kreistag, der noch um kurz vor fünf nervös durchs Landratsamt tigerte, ist mehr als gerührt: "Ich bin jetzt 30 Jahre bei den Grünen, aber so etwas habe ich noch nie erlebt", sagt der Taufkirchner. Er lobt vor allem den Rückenwind aus Berlin durch das neue Führungsduo der Bundesgrünen - und natürlich die bayerischen Spitzenkandidaten Katharina Schulze und Ludwig Hartmann, die "echt frischen Wind reingebracht haben". Und das Ergebnis der CSU? Naja, sagt Nadler, "jetzt ist eine drei davor - vielleicht ist es a irgendwann mal eine zwei". Und lacht.

Bei den Christsozialen herrscht dagegen eher Fassungslosigkeit. "Natürlich ist das ein verheerendes Ergebnis", sagt Kreisrat Helmut Horst. Und er wird deutlich: "Natürlich trägt der Ministerpräsident die Verantwortung." Die Leute sagt Horst, wollten einfach keinen Streit - das ganze Team der CSU, sagt Horst, müsse sich die Frage stellen, wo die Fehler lagen. Er kann sich "das Harte" jetzt gut vorstellen. Soll heißen: Eine Koalition mit den Grünen. "Da müssen dann die Karten auf den Tisch", sagt Horst.

München, Landtag, 18.40 Uhr - SZ-Redakteurin Iris Hilberth meldet:

Der CSU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Florian Hahn spricht im Landtag von einer "sauberen Watschn". Die große Koalition könne so "nicht weitermachen".

München, 18.30 Uhr - SZ-Mitarbeiterin Irmengard Gnau berichtet aus dem Landratsamt

Die FDP muss nach den ersten Hochrechnungen noch zittern, ob sie den Einzug in den Landtag schafft. "Hoffen wir das Beste, dass es bei fünf Prozent plus bleibt", sagt Thomas Jännert, Direktkandidat im Landkreisnorden. "Diese Spannung hätte ich nicht gebraucht." Gefühlsmäßig lief es gut in den vergangenen Wochen im Wahlkampf, eher bei sechs oder mehr Prozent, meint er. Der Kirchheimer ist mit seiner Frau ins Landratsamt gekommen, eigentlich wollten sie rechtzeitig wieder gehen, um die Kinder ins Bett zu bringen. Nun könnte es sein, dass er doch noch länger warten muss, bis er weiß, ob er künftig als Abgeordneter arbeiten wird. Seine Tochter habe ihm heute morgen noch Mut gemacht, erzählt Jännert, und ihm vorhergesagt, dass er es sicher schaffen werde. Nun hofft der Vater, dass die Qualitäten seiner Tochter als Orakel sich bestätigen.

München, 18.25 Uhr

Im Landtag sagt Sozialministerin Kerstin Schreyer unserer Kollegin Iris Hilberth, sie sei froh, dass die CSU "mit zwei blauen Augen davon gekommen" sei.

München, 18.20 Uhr

Im Landratsamt erzählt FDP-Kandidat Thomas Jännert unserem Mitarbeiter Patrik Stäbler, dass er in Kirchheim beim Abgeben seiner Stimme 20 Minuten warten musste - so groß war der Andrang. Auch Grünen-Kandidatin Claudia Köhler, die mit ihrem Mann und ihrem Sohn Alexander ins Landratsamt gekommen ist, berichtet von großem Andrang im Wahllokal in Unterhaching.

München, 18.15 Uhr

In der Muffathalle in München, wo die Grünen feiern, brandet dicker Applaus auf, meldet unsere Kollegin Christina Hertel. Markus Büchler, der Direktkandidat im Stimmkreis Süd und Vorsitzende der Grünen in Oberbayern, schließt in einer ersten Reaktion prinzipiell eine Koalition mit der CSU nicht aus. Der Preis für die CSU müsse aber hoch sein, sagt Büchler. Eine Regierungsbeteiligung unter Ministerpräsident Markus Söder könne er sich nur "außerordentlich schwer" vorstellen.

München, 18 Uhr

Die Prognosen sehen die Grünen bei 18,5 Prozent in Bayern. Entsprechend gut ist die Stimmung bei den Grünen, so bei Markus Büchler und seiner Familie auf der Grünen-Wahlparty in der Münchner Muffathalle.

Bei der FDP vernimmt unser Kollege Bernhard Lohr dagegen ein großes Oh! Angesichts von nur 5 Prozent in den Prognosen stöhnen die Liberalen auf. Es wird wohl eine Zitterpartie heute Abend - auch für Helmut Markwort, den Direktkandidaten im Stimmkreis München-Land Süd.

München, 17.55 Uhr

Im Landtag wurde soeben Sozialministerin Kerstin Schreyer mit ihrer Tochter von unserer Korrespondentin Iris Hilberth gesichtet.

München, 17.50 Uhr

In München Neuhausen auf der Wahlparty der FDP im "Das Schloss" wartet Helmut Markwort mit Lebensgefährtin Patricia Riekel auf die Wahlergebnisse - und sein eigenes.

München, 17.45 Uhr

Jetzt treffen auch die Kandidaten Thomas Jännert (FDP) und UIrich Riediger im Landratsamt ein, wo in den nächsten Stunden die Ergebnisse aus allen Städten und Gemeinden zusammenlaufen.

München, 17.40 Uhr

Im Landratsamt am Mariahilfplatz wartet Claudia Köhler, die Direktkandidatin der Grünen im Stimmkreis München-Land Nord, mit Sohn gespannt auf die ersten Ergebnisse.

Neubiberg

SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen hat bereits gegen Mittag an ihrem Wohnort Neubiberg gewählt - in Begleitung ihrer Tochter Hannah. Kohnen bewirbt sich im Stimmkreis München-Land Süd um das Direktmandat, das bisher von CSU-Sozialministerin Kerstin Schreyer aus Unterhaching gehalten wird.

Landkreis München, 17.25 Uhr

Und das sind die Kandidaten der sieben größten Parteien, die sich um die beiden zu vergebenden Direktmandate im Landkreis München bewerben: Im Stimmkreis München-Land Nord sind es der amtierende Stimmkreisabgeordnete Ernst Weidenbusch (CSU), Annette Ganssmüller-Maluche (SPD), Nikolaus Kraus (Freie Wähler), Claudia Köhler (Grüne), Thomas Jännert (FDP), Rainer Gross (AfD) und Robert Hamm (Linke). Im Stimmkreis München-Land Süd sind es die bisherige Stimmkreisabgeordnete und Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU), SPD-Spitzenkandidatin Natascha Kohnen, Ilse Ertl (Freie Wähler), Markus Büchler (Grüne), Helmut Markwort (FDP), Ulrich Riediger (AfD) und Bernhard Baudler (Linke).

Landkreis München, 17.15 Uhr

In den beiden Stimmkreisen des Landkreises München ist die Auswahl heuer so groß wie noch nie. Im Stimmkreis München-Land Nord treten 13 Direktkandidaten gegeneinander an, im Stimmkreis München-Land Süd sind es sogar 14. Auch die Zahl der Wahlberechtigten ist so hoch wie noch nie: Insgesamt 204 050 Einwohner sind im bevölkerungsreichsten Landkreis des Freistaats zur Wahl aufgerufen.

München, 16.45 Uhr

Einen schönen Nachmittag an diesem Herbstsonntag, der sich anfühlt wie ein Sommertag. Die Wahllokale haben noch eine gute Stunde geöffnet und damit ist es Zeit für den Live-Ticker der SZ über die Landtagswahl im Landkreis München. Die kommenden Stunden werden wir Sie, liebe Leserinnen und Leser, online auf dem Laufenden halten über alle Entwicklungen, Ergebnisse und Reaktionen. Wir wünschen einen spannenden Wahlabend!

© lb

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite