Landkreis Gemeinsam zum eigenen Heim

Es muss mehr bezahlbarer Wohnraum gebaut werden im Landkreis - darin sind sich alle Parteien einig.

(Foto: Claus Schunk)

Der Landkreis prüft eine Zusammenarbeit mit der Mitbauzentrale München. Kommunen sollen Grundstücke bereitstellen

Von M. Mühlfenzl, Landkreis

Der Landkreis will in Zukunft verstärkt auf genossenschaftlichen und gemeinschaftlichen Wohnungsbau setzen. Landrat Christoph Göbel (CSU) soll in Gesprächen mit den Verantwortlichen in den 29 Städten und Gemeinden eruieren, wo besonderes Interesse an dieser Form des Wohnbaus besteht und welche Kommunen für neue Projekte überhaupt Grundstücke zur Verfügung stellen können oder wollen. Denn an der Frage der Verfügbarkeit von Grundstücken hänge alles, sagte Göbel in der Sitzung des Sozialausschusses des Kreistags am Dienstag. Das Gremium folgte einem Antrag der Grünen, in dem zudem gefordert wird, eine Zusammenarbeit mit der Mitbauzentrale München zu prüfen, die Mietergemeinschaften, genossenschaftliche Projekte und Einzelpersonen berät und bis zur Gründung von neuen Bauprojekten fachlich begleitet.

Das städtische Angebot soll dem Willen der Grünen nach auf den Landkreis ausgeweitet werden. Kreisrätin Frauke Schwaiblmair sagte, schon heute würden Bürger aus dem Landkreis das Beratungsangebot der Mitbauzentrale in Anspruch nehmen. Allerdings unterstütze diese bisher nur Projekte in der Landeshauptstadt. "Wir sollten das Angebot niederschwelliger machen und als Landkreis einen Teil der Kosten in Anspruch nehmen, wenn Bürger das Angebot in Anspruch nehmen." Eine finanzielle Beteiligung sei "wohl notwendig", ergänzte die Vorsitzende des Behindertenbeirats des Landkreises, ansonsten würden Landkreisbürger womöglich von der Mitbauzentrale abgewiesen. Laut Renate Heese, Referatsleiterin für Soziales im Landratsamt, hat es bereits Gespräche mit der Stadt München und der Mitbauzentrale gegeben. "Wir haben mit beiden gesprochen und sie waren sehr interessiert." Es sei jederzeit möglich, entsprechende Verträge über eine Zusammenarbeit zu schließen.

Allerdings haben laut Heese sowohl die Landeshauptstadt als auch die Mitbauzentrale deutlich gemacht, dass der Landkreis zunächst in Erfahrung bringen müsse, ob in den Kommunen überhaupt ein Interesse an solchen Beratungen besteht. Landrat Göbel will das Projekt den Bürgermeistern nun in einer der Dienstbesprechungen vorstellen. "Wir brauchen diesen engen Kontakt mit den Kommunen", sagte er. Schließlich gehe es neben der Grundstücksfrage auch immer um Baurecht. "Sie kennen den Landkreis, und es gibt Gemeinden, wo zum Beispiel nur der Bau von Einfamilien- oder Zweifamilienhäusern möglich ist", sagte Göbel. Er selbst halte das für ein "sehr interessantes" Projekt, mit dem "selbst verantworteter Wohnraum" geschaffen werden könne. Der Sozialausschuss des Kreistags sprach sich zudem dafür aus, einen Antrag der SPD-Fraktion weiter zu verfolgen, mit dem Genossenschaften im Altenwohnbereich möglich gemacht werden sollen. "Grundsätzlich geht es darum, dass möglichst viele Menschen günstig wohnen können - auch ältere", sagte SPD-Fraktionssprecherin Ingrid Lenz-Aktas. Auch sie machte deutlich, dass alles an den hierfür notwendigen Flächen hänge und dies den Landkreis vor eine Herausforderung stelle. "Wir wissen, es geht um die Grundstücke. Aber wir haben den Schlüssel noch nicht gefunden, wie wir Gemeinden bewegen können, diese schneller herzugeben."

Ihrem Antrag, einen Arbeitskreis für die Förderung von genossenschaftlichem Wohnungsbau einzurichten, wolle der Ausschuss indes nicht so recht folgen; die SPD-Forderung wird aber weiterverfolgt, die Verwaltung des Landratsamtes wird Vorschläge erarbeiten, wie diese Form des Bauens beschleunigt werden kann. "Denn sie trifft die Erwartung vieler Menschen", wie Landrat Göbel sagte. "Wir müssen den Nährboden dafür bereiten und die Kommunen offen für solche Vorhaben machen." Dabei wird auch der Behindertenbeirat auf Vorschlag von Kreisrätin Schwaiblmair "mit all seiner Erfahrung" mit eingebunden.