Landkreis 800 Flüchtlinge in Aschheim

Regierung stattet Bürogebäude als Erstaufnahmeeinrichtung aus

Nach Keferloh wird jetzt im Landkreis eine zweite Erstaufnahmeeinrichtung in Aschheim errichtet. Die Regierung von Oberbayern plant, am Einsteinring 12 "auf die Schnelle 800 Betten" aufzustellen. In einer "Blitzaktion" hätten Regierung und Landratsamt das leer stehende Gebäude untersucht und festgestellt, dass dort Flüchtlinge untergebracht werden könnten. Sie sollen spätestens am Dienstag, 8. September, dort einziehen. Die Gemeinde wurde informiert, schreibt das Landratsamt. Die Regierung koordiniere nun den Einsatz freiwilliger Helfer, um die Einrichtung herzurichten. Dagegen hält das Landratsamt München weiter an seinem Plan fest, die provisorische Erstaufnahmeeinrichtung im Grasbrunner Ortsteil Keferloh bis spätestens 13. September in Betrieb zu lassen. Dies liege in erster Linie an den Brandschutzbestimmungen, sagte Katharina Lang, Mitarbeiterin der Amtsleitung. "Es müssen aufgrund des Zustands der Hallen rund um die Uhr Einsatzkräfte der Feuerwehren vor Ort sein." Das sei für die Ehrenamtlichen ein unglaublicher Aufwand. "Unser Ziel muss es daher sein, die Menschen in feste Unterkünfte zu verlegen." Allerdings wisse das Landratsamt noch nicht, wann die Flüchtlinge aus Keferloh wegziehen können. In der Nacht auf Sonntag hatte das Landratsamt 50 weitere Schutzsuchende erwartet, aber der Bus steuerte statt Keferloh die Erstaufnahmeeinrichtung in Riem an. "Da merkt man, dass auch die Regierung am Anschlag arbeitet. Dann passieren auch solche Sachen", sagte der stellvertretende Landrat Otto Bußjäger (Freie Wähler), der die Flüchtlinge in Empfang hatte nehmen wollen. Bußjäger ist nahezu rund um die Uhr auf dem Areal im Einsatz und bekam am Wochenende auch Unterstützung von seiner Amtskollegin Annette Ganssmüller-Maluche (SPD). Beide schlossen sich der großen Gruppe Freiwilliger an; auch die Spendenbereitschaft der Bevölkerung sei ungebrochen hoch, sagte Bußjäger.