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Kommunalwahl im Landkreis:Boarischer Wahlkampf

Tradition und Moderne: Beim "Boarischen Business Summit" im Bürgersaal sprechen Referenten etwa über Kamera-Systeme zur Optimierung des Verkehrs, über Digitalisierung und den Vereinssport als wirtschaftlichen und Lebensqualität schaffenden Faktor. Zur Abwechslung spielen Musiker auf, ganz analog.

(Foto: Stephan Rumpf)

Ismaninger CSU richtet Business Summit mit Lokalkolorit aus

Mit Brezen und Blasmusik, Weißwürsten und Weißbier sowie Wissenswertem zu Wirtschaft und Wahlkampf hatte die Ismaninger CSU am Freitag im Bürgersaal zum ersten "Boarischen Business Summit" in den Bürgersaal eingeladen. Vertreter von zahlreichen Firmen und Betrieben aus dem Ort und den Nachbarkommunen sowie an die 80 Interessierte nutzten ausgiebig die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich ein Bild von den Bewerbern der Christsozialen für den Gemeinderat und Bürgermeisterkandidatin Annette Reiter-Schumann zu machen.

Gleich zu Beginn erläuterte Rudolf Denzel, Kreisvorsitzender der Mittelstandsunion München-Land, die Bedeutung eben jener Unternehmer und Selbständigen für die Wirtschaftskraft im Landkreis und im ganzen Freistaat: "Der bayerische Mittelstand ist die Kraft, auf die wir stolz sein sollten", sagte Denzel. Die mittelständischen und meist familiengeführten Betriebe böten zum Beispiel 76 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse und erbrächten 57 Prozent der Bruttowertschöpfung in Bayern. "Wir sind die Kümmerer und Ansprechpartner für Selbständige, haben aber auch immer die Arbeitnehmer im Blick", versicherte Denzel. Umso schlimmer, dass die große Politik den Firmen und Betrieben vielfach Probleme macht. Etwa mit der Kassenbonpflicht - "wir fordern eine sofortige Rücknahme", sagte der Kreisvorsitzende der Mittelstandsunion unter dem Applaus der Anwesenden und warb um eine größere Wertschätzung für die Unternehmen, wie sie etwa Landrat Christoph Göbel (CSU) habe. Dieser nahm ebenfalls am Summit teil und lobte diesen als "tolles Format".

Damit wollen die örtliche CSU und ihre Bürgermeisterkandidatin Annette Reiter-Schumann Menschen, in diesem Fall Firmenvertreter, verbinden. Für Ismaning wünsche sie sich eine Wirtschaftsreferentin oder einen Wirtschaftsreferenten, sagte die Spitzenkandidatin in ihrer kämpferischen Vorstellungsrede. Hintergrund dafür ist das Ladensterben in der Gemeinde. Der heimische Einzelhandel stehe vor Problemen, zum Beispiel habe man keine Buchhandlung mehr, sagte Reiter-Schumann. "Wir wollen nicht zu einer Schlafstadt verkommen", sagte die CSU-Bewerberin für das Bürgermeisteramt. Und: "Ismaning muss offen sein für neue Ideen." Sie jedenfalls sei es.

© SZ vom 15.02.2020
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