Kommentar:Gemeinschaft gegen Putzbrunn

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Die boomende Wirtschaft in der Region braucht gute Bildung. Wer sich dem Bau neuer Gymnasien widersetzt, versteht die Zusammenhänge nicht und agiert mutlos

Von Martin Mühlfenzl

Wie groß der Druck auf den Landkreis München ist, zeigt das Beispiel Sauerlach: Eine Gemeinde mit etwas mehr als 8000 Einwohnern und an der Peripherie wird Standort eines Gymnasiums. Es wird das 17. Gymnasium in einem Kreis, der eine Bildungsoffensive betreibt wie keine andere Region in Deutschland. Das G 9, der hohe Zuzug, eine Übertrittsquote jenseits der 60 Prozent und der Druck aus der Stadt zwingen die Politik, ein Gymnasium nach dem anderen aus dem Boden zu stampfen. Zum Glück.

Die Bildung ist der Motor dieser Wachstumsregion. Auf guter Bildung - in allen Schulformen, im Studium, in der Ausbildung - fußen der Wohlstand und die Zukunft des wirtschaftlich stärksten Landkreises der Republik. Sich gegen den Bau neuer Schulen auszusprechen und die Erschwernisse, die damit zweifellos verbunden sind, in den Vordergrund zu rücken, ist Kirchturmdenken par excellence. In Putzbrunn, einer Gemeinde mit knapp 7000 Einwohnern, hat sich die Fraktion der Wählergruppe Gemeinschaft pro Putzbrunn hinter dem Kirchturm verschanzt und sich nicht einmal zu einer Absichtserklärung pro Gymnasium durchringen können. Zu viel Verkehr, zu viel Zuzug, zu viel Geld. Und überhaupt: Würde die Freiwillige Feuerwehr ohne Drehleiter überhaupt in ein dreistöckiges Gymnasium kommen? Wer solche Argumente bemüht, agiert mutlos und hat nicht verstanden, welche Chancen der Bau neuer Schule einer Kommune bieten kann - und wie sehr der Landkreis als Ganzes von der Schulbauoffensive profitiert.

Das Pro im eigenen Namen hat die Wählergruppe ins Gegenteil verkehrt. Es ist ein Glück für Putzbrunn, dass die Mehrheit im Gemeinderat die Zukunft mitgestalten und den nachkommenden und bereits heranwachsenden Generationen etwas hinterlassen will. Selbst wenn die Gemeinde dieses Mal kein Gymnasium bekommen sollte - die Chance auf eine weiterführende Schule wird wieder kommen. Wahrscheinlich sogar sehr schnell.

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