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Kirchheim:Farbenfabrik wird zum grünen Campus

Die Hubergroup verlegt ihre Produktion in Werke in Niedersachsen und in Polen. Dadurch wird der Platz frei für neue Pläne.

(Foto: Claus Schunk)

Der Projektentwickler Four Parx hat das Areal der Hubergroup in Kirchheim gekauft und will dort den ganzheitlichen, ökologischen Gewerbepark schaffen, den sich die Gemeinde wünscht

Möglichst viel Grün statt Grau - so soll der neue Gewerbepark in Kirchheim aussehen. Auf einer Fläche von etwa 140 000 Quadratmetern an der Feldkirchener Straße stellt sich der Wirtschaftsförderer der Gemeinde Tobias Schock eine Art Gewerbe-Campus vor, auf dem zwischen den Gebäuden Parkanlagen entstehen sollen - alles möglichst nachhaltig, ökologisch und innovativ. Es könnte dort Insektenhotels, Blühwiesen, Teiche und Bäume geben. Nun werden diese Pläne konkreter: Four Parx, eine Firma, die seit mehr als 25 Jahren Gewerbeflächen entwickelt, hat einen großen Teil des Areals gekauft: Dort, wo die Hubergroup bisher in ihrer Fabrik Druckfarben herstellt, soll in gut einem Jahr der neue Gewerbepark gebaut werden. Eines Tages könnten dort bis zu 400 Beschäftigte in IT-, Elektronik- und Pharma-Firmen arbeiten.

Auf einer Fläche von 93 000 Quadratmetern plant Four Parx einen zweistöckigen Gewerbepark. Die Dachterrassen sollen mit Bäumen bepflanzt, die Fassaden begrünt und die Baumaterialien möglichst klimaneutral und wiederverwertbar sein. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor. Auf dem gesamten Areal sei es das Ziel, die Biodiversität zu erhalten, Bäume zu pflanzen und Blühwiesen anzulegen. Zudem soll ein 10 000 Quadratmeter großer Grünstreifen parallel zur Autobahn entstehen. Für Four Parx sei das Projekt einmalig, sagt Pressesprecher Sönke Ingwersen. Noch nie zuvor habe die Firma an einem solchen Konzept für einen ganzheitlichen, ökologischen Gewerbepark mit so viel Grün gearbeitet. Vorstellbar sei zum Beispiel auch, kleine Teichlandschaften anzulegen. Am Ende solle der Gewerbepark annähernd klimaneutral sein und möglichst emissionsarme Unternehmen anziehen.

Nächsten Dienstag stimmt der Kirchheimer Gemeinderat über die Pläne für das Areal ab, das den Namen "Campus Heimstetten" tragen soll. Grundsätzlich sei es in Kirchheim ein Problem, dass es zu viele Logistikbetriebe mit einem großen Flächenverbrauch gebe, in dem neuen Campus liege die Chance, höherwertiges Gewerbe anzusiedeln.

Im Mai 2019 hatte die Hubergroup, ein mehr als 250 Jahre altes Unternehmen für Druckfarben, bekannt gegeben, ihre Fabrik in Kirchheim zu schließen. Schon damals stand fest, dass nur die Hauptverwaltung mit etwa 200 Mitarbeitern in der Gemeinde bestehen bleibt und die Produktion in Werke in Niedersachsen und Polen verlegt wird. 350 Angestellte verlieren dadurch ihren Job. Bis Ende März 2021 will die Hubergroup den Standort allerdings weiternutzen. Bis dahin will Four Parx eine Baugenehmigung für ihren Gewerbepark erhalten. Nach 18 Monaten soll dieser laut Pressemitteilung fertig sein. Das Konzept sei auf Mieter aus den Bereichen Forschung und Entwicklung ausgelegt, aber auch kleinteilige Flächen, die etwa von Start-ups angemietet werden könnten, sollen entstehen.

© SZ vom 17.04.2020

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