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Kirchheim:Bauen wie die Bajuwaren

Einen Eindruck, wie Menschen im frühen Mittelalter gelebt haben, können die Besucher des Bajuwarenhofs in Kirchheim nun wieder erhalten. Das Freilichtmuseum mit Hütten, Feuerstelle und Gärten hat jeden Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Veranstaltungen und Führungen finden dort zwar momentan nicht statt, jedoch sind derzeit immer ein paar ehrenamtliche Mitglieder des Fördervereins da und können geschichtliche Hintergründe erklären. Eine Gruppe Archäologie-Studenten hat den Hof 2003 aufgebaut, inzwischen sind aber auch andere Geschichtsinteressierte dabei, die den Hof an der Bajuwarenstraße 11 in Stand halten. Gerade können Besucher zum Beispiel beobachten, wie sie bei einem Haus die Deckenbodenkonstruktion aus Lehm neu einziehen und das Schilfdach reparieren. "Das Dach war von Holzwürmern befallen", sagt Anja Pütz aus dem Vereinsvorstand. Bei den Reparaturen wenden die Vereinsmitglieder Baumethoden aus dem sechsten und siebten Jahrhundert an. Im Garten des Museums wachsen Pflanzen, die Menschen in dieser Zeit kultivierten. Im Herbst wird eines der ersten Häuser, die der Verein gebaut hat, abgetragen. "Der Untergrund war zu feucht und die Balken wurden morsch", sagt Pütz.

© SZ vom 03.06.2020 / chrh

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