Kirchenjubiläum Valentin, Wolfgang und Maria

Die Unterföhringer Katholiken begehen am Sonntag den Abschluss des Festjahres zum 300-jährigen Bestehen ihrer Pfarrkirche. Der barocke Bau ersetzte 1718 ein deutlich älteres Kirchlein, das gleich drei Heiligen geweiht war

Von Sabine Wejsada, Unterföhring

Mit einem Festgottesdienst und einem Empfang im katholische Pfarrzentrum endet an diesem Sonntag das Jubiläumsjahr der Pfarrei St. Valentin in Unterföhring. Gefeiert wurde in den vergangenen Monaten das 300-jährige Bestehen der gleichnamigen Barockkirche. Auf dem Isarhochufer erbaut, wurde sie im September 1718 vom Freisinger Fürstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck eingeweiht.

Aus Anlass des Jubiläums hat die Pfarrei eigens eine Chronik erstellen lassen. Verfasst hat die 56-seitige Festschrift Pfarrgemeinderätin Mathilde Wolfertstetter. Die in einer Auflage von 2000 Stück erschienene Publikation enthält Interessantes über die vergangenen 300 Jahre der Kirche. Illustriert ist die Chronik mit zahlreichen Fotos, die nicht nur den Blick auf die wertvollen Altäre, Figuren und Fresken lenken, sondern das Gotteshaus auch in Betrieb zeigen: zu Weihnachten etwa oder bei Kommunion und Firmung.

Die Barockkirche auf dem Isarhochufer wurde im September 1718 vom Freisinger Fürstbischof Johann Franz Eckher von Kapfing und Liechteneck geweiht.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Der Turm der Unterföhringer Barockkirche wurde zuerst errichtet, ehe 1718 das Kirchenschiff folgte - so wie es Gläubige und Besucher heute kennen. Der Ursprung von St. Valentin liegt jedoch schon viele Jahrhunderte davor: Vermutlich bereits im 8. Jahrhundert hat es auf dem Hochufer der Isar ein kleines Kirchlein gegeben, das dem heiligen Valentin, Maria und dem heiligen Wolfgang geweiht war. Zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde Unterföhring im Jahr 1180, als "inferius feringin". 135 Jahre später ist in den Konradinischen Matrikel die Rede von "Nidervergen" - als Filialkirche mit eigenem Friedhof. Nach dem Dreißigjährigen Krieg stand zwischen 1650 und 1660 ein großer Umbau der Kirche an, die ein knappes halbes Jahrhundert später erneut umfänglich renoviert werden musste. Damals habe der Oberföhringer Pfarrer Martin Denk, der auch für die Filialkirche St. Valentin zuständig war, mit Unterstützung der ganzen Gemeinde als Erstes den neuen Turm bauen lassen, schreibt Wolfertstetter in der Chronik. Mit dem Neubau beauftragt wurde im Juli 1716 der Freisinger Hofbaumeister Dominikus Glasl. Die alte Kirche wurde abgebrochen, im April 1717 legte der Freisinger Fürstbischof unter dem Frauenaltar den Grundstein für die neue. 1923 wurde St. Valentin eine eigenständige Pfarrei, 2008 ging diese mit Ismaning in einem Pfarrverband auf. Seit 1718 wurde das Unterföhringer Gotteshaus mehrfach renoviert und restauriert: 1877, 1931, 1980 und 2011, als die Heizung modernisiert werden musste und die Kirche an die örtliche Geothermie angeschlossen wurde. Erneuert wurde zudem die Elektrik, die Außenwände mussten getrocknet werden und auch im Inneren gab es viel zu tun: So wurden die Deckengemälde aufgefrischt und der Hochaltar gereinigt, der Turm bekam neue Treppen und die Kirche eine Pfeifenorgel.

Am Sonntag enden die Feierlichkeiten zum 300-jährigen Bestehen von St. Valentin in Unterföhring.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Der Festgottesdienst am Sonntag, 16. September, ist zugleich Höhepunkt und Abschluss der Veranstaltungsreihe zum Kirchenjubiläum und beginnt um 9 Uhr. Im Anschluss daran findet um etwa 10 Uhr im Pfarrzentrum im St.-Valentin-Weg 1 ein Empfang für die Ehrengäste und alle Gläubigen statt.