Ismaninger Bürgerversammlung Ein prosperierendes Jahr

Etwa 300 Ismaninger lauschten den Ausführungen des Bürgermeisters bei der Bürgerversammlung. Foto: Claus Schunk

(Foto: Claus Schunk)

Bürgermeister Greulich berichtet in Ismaning nur Positives. Nur ein schnelles Internet fehlt manchen Bürgern

Von Irmengard Gnau, Ismaning

Wenn es nach den Schäfflern geht, die vor der Osterfeldhalle tanzten, dann wird das Jahr 2019 ein sonniges und prosperierendes für Ismaning. Das hören Gemeinderat und Verwaltung freilich gern und dementsprechend Positives hatte auch Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) in der Ismaninger Bürgerversammlung zu berichten.

Die Einnahmen der Nordkommune sprudeln, die Einkünfte aus der Gewerbesteuer haben sich in den vergangenen zehn Jahren von 23,9 Millionen Euro auf 81,9 Millionen erhöht, wie Greulich referierte; das sind gut 25 Millionen mehr als Kämmerin Christine Weiß ursprünglich veranschlagt hatte. 2019 stehen mehrere Großprojekte an, unter anderem soll die Dreifachturnhalle in Angriff genommen werden, von der der TSV Ismaning aber auch der Schulsport profitieren werden. Elf Millionen Euro sind dafür einkalkuliert. Dass der Bedarf an Schulsportmöglichkeiten steigt, lässt sich an den steigenden Schülerzahlen ablesen. Die beiden Grundschulen am Kirchplatz und an der Camerloherstraße zum Beispiel verzeichneten 2008 noch 508 Schüler, 2018 waren es bereits 637. Auch die Mittelschule, Realschule und Waldorfschule melden steigenden Zulauf, hinzu kommt das neue Gymnasium; gut 40 Millionen Euro wurden für den Umbau des ehemaligen Commundo-Tagungshotels am Seidl-Kreuz-Weg zum Schulhaus fällig. Ismaning habe 2018 insgesamt gut 32 Millionen Euro in Kindertagesstätten und andere Bildungseinrichtungen investiert, betonte Greulich vor circa 300 Bürgern. 2019 sind Ausgaben von circa 60 Millionen Euro geplant.

Der Bedarf an Krippenplätzen ist gedeckt

Zu den großen Projekten 2019 zählen dabei die Sporthalle des Gymnasiums, der Umbau des Schulzentrums an der Camerloherstraße (circa 20 Millionen Euro) wird fortgesetzt - die Mittagsbetreuung wird im Januar in die neuen Räume umziehen können. Der Versorgungsgrad bei Krippenplätzen liege bei 75 Prozent und entspreche dem momentanen Bedarf im Ort, sagte Greulich. Immer konkreter werden die Gedankenspiele für eine dritte Grundschule. Wo diese entstehen könnte und wie viele Züge sie haben soll, wird noch untersucht.

Die Investitionen in Schul- und Betreuungseinrichtungen sind nötig, weil gerade kinderreiche Familien besonders gern nach Ismaning und allgemein in den Landkreis zuziehen, wie auch Landrat Christoph Göbel (CSU) konstatierte. Das mache sich auch im Verkehrsnetz bemerkbar. Göbel kündigte an, beim öffentlichen Nahverkehr auf einen weiteren Ausbau zu drängen. "Da muss die Stimme auch weiter erhoben werden", sagte Göbel, der vor einer Verstädterung des Landkreises warnte.

Eine gewisse Verstädterung wünschte sich allerdings Stephan Haller aus der Mayerbacherstraße: Er bat inständig darum, auch den Gemeindeteilen östlich der B471 einen Glasfaseranschluss zu bieten. Bei Datenraten von aktuell "nicht einmal sechs Mbit pro Sekunde" fühlten sich viele Bürger abgehängt. Bürgermeister Greulich argumentierte, die Zahl der Interessenten in dem genannten Bereich sei verhältnismäßig gering; ob die Gemeinde da weitere Fördermittel bekomme, werde die Kommune aber prüfen.