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Insolvenzen:"Schufa erschwert Neustart"

Awo kritisiert die Speicherdauer von Daten Überschuldeter

Anlässlich der Aktionswoche Schuldnerberatung fordert die Arbeiterwohlfahrt (Awo) München-Land, Daten von ehemals überschuldeten Menschen schneller aus Auskunftsdateien zu löschen. Dass bei der Schufa Schuldendaten weitere drei Jahre nach Ende des dreijährigen Insolvenzverfahrens gespeichert blieben, erschwere den Neustart, zum Beispiel die Wohnungssuche, kritisiert Katja Döring von der Schuldner- und Insolvenzberatung der Awo. "Wohnen aber ist ein Menschenrecht, das Überschuldeten nicht vorenthalten werden darf."

Seit Beginn der Corona- Pandemie habe sich die Nachfrage bei der Beratung immens erhöht, teilt die Awo mit. "Soziale Schuldnerberatung, wie die Awo sie im Landkreis seit Jahresbeginn anbietet, hat den gesamten Menschen und sein Umfeld im Blick. Das macht den Erfolg dieses Ansatzes aus", sagt Fachbereichsleiterin Stefanie Sonntag. "Wir versuchen, die finanziellen Probleme zu lösen, vergessen dabei aber nicht den Menschen, der hinter den Schulden steht, wie das Motto der Aktionswoche Schuldnerberatung es formuliert", so Sonntag.

Nach Schätzungen sind in Deutschland - auch in Folge der Corona-Pandemie - zwei Millionen Soloselbstständige und Freiberufler von Überschuldung bedroht. "Viele Existenzen sind finanziell prekär aufgestellt. Wir sprechen da mittlerweile nicht mehr nur über Empfänger von Grundsicherung und im Niedriglohnsektor Beschäftigte. Jetzt drohen auch Menschen in Verschuldung zu geraten, die es vorher niemals für möglich gehalten hätten", sagt Schuldnerberaterin Dörig.

© SZ vom 10.06.2021 / SZ
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