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Hohenbrunn:Tablets für den Unterricht

Bürgerforum pocht in Hohenbrunn bei digitaler Ausstattung der Schulen vergebens auf Initiative des Rathauses

Von Stefan Galler, Hohenbrunn

Manfred Haucke aus der Hohenbrunner Gemeinderatsfraktion ÜWG-Freie Wähler/Bürgerforum fasste noch einmal zusammen, um was es ihm und seinen Mitstreitern eigentlich geht: "Die Bayerische Staatsregierung will eine Milliarde in den digitalen Ausbau der Schulen investieren. Und genau davon wollen wir profitieren. Da reden wir von Glasfaser, Leih-Computern, Tablets." Um diese Entwicklung nicht zu verpassen, hat die Fraktion zuletzt im Gemeinderat einen Antrag eingebracht, durch den die Gemeinde als Sachaufwandsträger dazu beauftragt wird, bis 30. September ein Medienkonzept für die beiden Grundschulen zu erstellen. Damit sollten die Voraussetzungen für den Erhalt von Fördergeld für die digitale Ausstattung der Schulen geschaffen werden. Doch Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) und sein Geschäftsleiter Thomas Wien halten offensichtlich nicht viel von einer proaktiven Einmischung der Gemeindepolitik in diese Thematik: "Das hört sich auf den ersten Blick gut an, aber in Hohenbrunn arbeiten wir seit Jahren anders herum", sagte Straßmair. "Die Schule erarbeitet ein Konzept, legt es dem Gemeinderat vor und dann wird darüber abgestimmt."

Sollte man diese Praxis verändern, sehe er die Gefahr, dass Fördermittel verloren gingen, außerdem sei die Zeit knapp bemessen, da sich erst zum Schuljahresbeginn Anfang September die neuen Elternbeiräte konstituierten, so Bürgermeister Straßmair.

Pauline Miller, die den Antrag als Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler eingebracht hatte, legte dennoch noch einmal nach. "Man hat doch schon im Laufe des Lockdowns gesehen, dass schon aus technischen Gründen nicht alle Schüler mitkommen, deshalb darf man die Schule auch nicht alleine lassen. Man braucht keine Fachleute, um die Notwendigkeit einer digitalen Ausstattung zu bestimmen", sagte Miller.

Geschäftsleiter Wien betonte, er habe zuletzt ein Gespräch mit Angelika Lange, der Rektorin der Grundschule Hohenbrunn geführt. "Sie hat sehr wohl Ideen, wie man die Entwicklung zum digitalen Klassenzimmer bewerkstelligen kann." Und Straßmair ergänzte, dass es keineswegs einfacher sei, ein solches Medienkonzept im Gemeinderat zu behandeln und wiederholte, dass er hier vor allem die Schulen gefordert sieht.

Auch die Grüne Katarina Möschel argumentierte mit der fehlenden Zuständigkeit des Gemeinderats: "Die Schule sollte ein Konzept erarbeiten und die Gemeinde muss dann die Mittel bewilligen." Sie forderte die Verwaltung dazu auf, den politischen Gremien "Zwischenstände" durchzugeben. Dem widersprach Straßmair vehement: "Wir berichten gerne über den Ist-Stand, aber nicht hier im Gemeinderat, sondern in den Schulen."

Anfang Oktober wolle man sich anhören, was die Schulleitungen an Bedarf ausgemacht haben, dann werde man diese Dinge in den Haushaltsverhandlungen für 2021 berücksichtigen. Auf eine Abstimmung über den Antrag wurde verzichtet.

© SZ vom 01.08.2020

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