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Hohenbrunn:Kostspielige Modernisierung

Rathaussanierung wird doppelt so teuer wie gedacht

Von Stefan Galler, Hohenbrunn

Zwei ambitionierte Bauprojekte im Dorfzentrum von Hohenbrunn sind derzeit in der Umsetzung. Und während es zum bereits weit fortgeschrittenen Neubau des Pfarrheims Stephani-Haus in der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend gute Nachrichten gab, was die Ausgaben hierfür betrifft, löste die vom Architekten Roberto Gonzalo vorgestellte Kostenrechnung für die bevorstehende Sanierung des benachbarten Rathauses alles andere als Begeisterung aus: Diese wird das Hohenbrunner Budget 2021 mit rund 944 000 Euro belasten; in ersten Schätzungen war man von nur 400 000 Euro ausgegangen.

Architekt Gonzalo zeigte sich während seines Vortrags im Gremium zerknirscht: "Die Baumaßnahmen sind kein großer Wurf, aber das Problem ist, dass kaum eine Wand unberührt bleibt. Gut möglich, dass Sie nach der Sanierung fragen, was wir überhaupt gemacht haben." Die Maßnahmen umfassen etwa die Erneuerung der Fenster und der Sanitäranlagen, eine umfassende Modernisierung der gesamten Stromversorgung und Netzwerkinstallation sämtlicher Büroräume, eine bessere Wärmedämmung im Dachbereich sowie den Austausch der defekten Fußbodenheizung.

Bei den Gemeinderäten herrschte nach der Präsentation der Zahlen ungläubiges Staunen: "Ich bin ziemlich schockiert über diese Kostensteigerung", sagte etwa Manfred Haucke von der Fraktion ÜWG und Freie Wähler/Bürgerforum. Und das sei ja erst noch eine Schätzung und keine Berechnung. "Da fragt man sich, wie wir das budgetieren wollen."

Grünen-Gemeinderätin Martina Kreder-Strugalla wollte wissen, ob der Dachstuhl des Rathauses ausgebaut wird. Bürgermeister Stefan Straßmair (CSU) entgegnete, dass in diesem Fall Kosten und Nutzen nicht in Einklang stünden: "Wir müssten viel Geld in die Hand nehmen und würden vielleicht zwei, drei Büros gewinnen." Architekt Gonzalo ergänzte: "Das würde den Rahmen der Sanierung völlig sprengen."

Die guten Nachrichten beschränkten sich auf den Neubau des direkt ans Rathaus angrenzenden Pfarrheims, der sich in den letzten Zügen befindet: Hier beträgt der Anteil, den die Gemeinde an dem etwa zwei Millionen Euro teuren Projekt tragen muss, nicht wie veranschlagt 250 000, sondern nur 150 000 Euro. Die Außenanlagen sind zwar noch nicht fertig, dennoch soll das Haus bis November bezugsfertig sein.

© SZ vom 26.09.2020
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