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Hofoldinger Forst:Rotoren könnten sich 2022 drehen

Stimmt Brunnthal zu, gibt es nur wenige Hindernisse für Windräder

Von Julius Baumeister, Brunnthal/Sauerlach

Wenn alle Beteiligten mitziehen, könnte im nächsten Jahr mit dem Bau von Windkraftanlagen im Hofoldinger Forst begonnen werden. Nach den positiven Gutachten zur Wirtschaftlichkeit und ökologischen Vertretbarkeit der vier geplanten Windräder haben die Gemeinderäte in Sauerlach und Otterfing vergangene Woche für einen Verbleib in der Arbeitsgemeinschaft (Arge) gestimmt, die das Projekt stemmen soll. An diesem Mittwochabend steht das Thema im Brunnthaler Gemeinderat auf der Tagesordnung, in dem die Windkraftgegner stark sind, bisher aber nie eine Mehrheit für einen Austritt aus der Arge erreicht haben.

Wenn das so bleibt, und auch der Gemeinderat in Aying in der Sitzung am Dienstag, 9. März, zustimmt, wäre der nächste Schritt eine Änderung der Landschaftsschutzverordnung durch die Landkreise München und Miesbach. Diese Änderung sei letztlich aber nur "Formsache", erläutert die Pressesprecherin des Landratsamts Miesbach, Sophie-Marie Stadler.

Denn obwohl die für den Bau vorgesehenen Flächen bisher nicht für die Nutzung von Windenergie freigegeben sind, sei diese dort privilegiert. Eine Errichtung von Windenergieanlagen kann demnach nur dann verweigert werden, sollten andere öffentliche Belange dagegen sprechen. Davon sei zunächst nicht auszugehen, sagt Stadler.

Eine abschließende Einschätzung über die Genehmigungsfähigkeit der Windkraftanlage obliegt laut einer Pressemitteilung der Arge den unteren Naturschutzbehörden der Landratsämter München und Miesbach in Abstimmung mit der höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Oberbayern.

In den nun folgenden Monaten sollen die Bürger laut der Arge zunächst über die genauen Sachstände und Pläne informiert werden. Die Sauerlacher Bürgermeisterin Barbara Bogner (Unabhängige Bürgervereinigung) kündigte vergangene Woche bereits an, in öffentlichen Präsenzveranstaltungen in einen Dialog über den Bau der Rotoren treten zu wollen.

Für die Realisierung des Projekts, für das eine Gesamtinvestition von rund 24 Millionen Euro berechnet wurde, müsste laut Arge eine Betreibergesellschaft gegründet werden. Mit einem abschließenden Antrag auf die Genehmigung des Bauvorhabens nach Bundesimmissionsschutzgesetz sei frühestens im vierten Quartal 2021 zu rechnen, die Genehmigung selbst könnte laut dem Zeitplan der Arge frühestens im ersten Halbjahr 2022 vorliegen.

Sollte Brunnthal aus der Arge austreten, würden "die Karten neu gemischt", sagt die Sprecherin des Miesbacher Landratsamtes. Die verbliebenen drei Gemeinden, sowie die beiden ebenfalls an der Arge beteiligten Landkreise müssten dann darüber entscheiden, ob sie das Projekt weiter forcieren wollen. Ob ein Ausstieg der Gemeinde Brunnthal auch Auswirkungen auf die Zahl der Windräder sowie deren Standorte hätte, sei derzeit noch nicht abzusehen, sagt Stadler.

© SZ vom 03.03.2021
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