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Höhenkirchen-Siegertsbrunn:Wider den Verpackungsmüll

RECUP-Kaffee-Pfandbecher

Die Becher und Schüsseln von Recup und Rebowl sind demnächst in 75 Prozent aller Cafés, Restaurants und Bäckereien im Ort zu haben.

(Foto: dpa)

Auf Initiative der Gemeinde gibt es in der örtlichen Gastronomie ein einheitliches Mehrwegsystem

Von Patrik Stäbler, Höhenkirchen-Siegertsbrunn

In der Pandemie haben Essen und Trinken zum Mitnehmen Hochkonjunktur, was spür- und sichtbare Auswirkungen auf öffentliche und private Mülleimer hat. Denn dort stapeln sich zu Corona-Zeiten Styroporboxen und Alufolien, Plastikbecher und Wegwerfgeschirr. Um die Abfallflut einzudämmen, versuchen mehrere Kommunen im Landkreis, die örtliche Gastronomie zum Umstieg auf Mehrwegsysteme zu bewegen. Besonders erfolgreich ist dabei Höhenkirchen-Siegertsbrunn, wo laut der gemeindlichen Umweltbeauftragten Dorothee Stoewahse 75 Prozent aller Cafés, Restaurants und Bäckereien bereits Pfandgeschirr verwenden oder dessen Einführung planen.

Entscheidend sei dabei, dass sich die Beteiligten auf ein gemeinsames Mehrwegsystem geeinigt hätten, sagt Stoewahse, die für die Grünen im Gemeinderat sitzt. "Das war das große Ziel, um es bei den Kunden akzeptabel und ortsweit praktikabel zu machen." Aus diesem Grund habe sie alle Gastronomiebetriebe in der Gemeinde zu einer Videokonferenz eingeladen, bei der drei Anbieter von Pfandgeschirr jeweils zehn Minuten lang ihr Konzept vorstellten. Im Anschluss hätten sich die Betriebe dann für das System Recup und Rebowl entschieden, das nun bereits einige Bäckereien und Restaurants eingeführt haben, während weitere dies in den nächsten Wochen tun wollen. Die Anfangsinvestition müssen die Gastronomen dabei selbst tragen. "Es war von Anfang an klar, dass die Gemeinde hier keine finanzielle Unterstützung leisten kann", sagt Dorothee Stoewahse. Jedoch werde das Rathaus das Angebot bewerben - so wie es Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) bereits im örtlichen Gemeindeblatt getan hat.

Sie habe viele Runden durch den Ort gedreht, um die einzelnen Betriebe mit ins Boot zu holen, berichtet die Umweltbeauftragte. "Entscheidend war sicher auch das Gefühl, dass hier in der Gemeinde alle an einem Strang ziehen." Sie hofft nun, dass die Einführung des Pfandgeschirrs und dessen Verbreitung im Ort dazu führen werden, dass noch weitere Wirte und Cafébesitzerinnen auf Recup und Rebowl umstellen. "Vielleicht auch", sagt Stoewahse, "weil die Kunden sie ansprechen und fragen, warum sie kein Mehrwegsystem anbieten".

© SZ vom 27.05.2021
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