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Haar:Protest gegen überfüllte Züge

Haars Bürgermeisterin pocht auf besseres Angebot bei der S-Bahn

Haars Bürgermeisterin Gabriele Müller (SPD) hat sich mit der "dringenden Bitte" an Verkehrsminister Joachim Herrmann gewandt, bei der Deutschen Bahn auf ein verbessertes Angebot auf der Linie der S 4 hinzuwirken. Sie beklagt überfüllte Züge, und das nicht nur in den Hauptverkehrszeiten. An Werktagen in den Abendstunden und ganz besonders an Sonn- und Feiertagen drängten sich Fahrgäste auf viel zu engem Raum. Das Ausgehverhalten habe sich verändert. Darauf müsse mit dem Zugangebot reagiert werden. Müller beruft sich mit ihrem Appell auf viele "Rückmeldungen aus der Bürgerschaft".

Müller schlägt vor, verstärkt auf der Linie der S 4 Voll- und Langzüge einzusetzen, und pocht auf zusätzliche Fahrten abends und nachts. Ein schlüssiges Konzept, auch für andere Linien, sei vonnöten. Im Idealfall würde es mit einem U-Bahn-Nachtbetrieb kombiniert.

Der Aufruf kommt nicht zufällig im Vorfeld einer Neuvergabe des S-Bahnbetriebs in der Region München. Müller sieht jetzt die Gelegenheit, in den Verhandlungen zwischen dem Freistaat Bayern und der Deutschen Bahn AG, in denen über den Netzverkehr bis zum Jahr 2030 gesprochen wird, all diese Dinge anzubringen. Die S 4 sei mit der S 2 und der S 3 eine der wenigen Linien, die an Sonn- und Feiertagen überhaupt noch mit Kurzzügen bedient werde, sagt Müller. Die Bevölkerungsentwicklung und die große Akzeptanz des Öffentlichen Personennahverkehrs brächten das System, wie es bisher betrieben werde, an seine Kapazitätsgrenzen. Müller findet es an der Zeit, sich ein Beispiel an anderen zu nehmen: Ein durchgängiger S-Bahn-Betrieb am Wochenende sei in vielen Regionen etabliert. Er würde sicher "im Großraum München gut genutzt werden".

© SZ vom 28.04.2016 / belo