Haar:Anlaufstelle für Pflegende

Gemeinde spricht sich für einen Beratungsstützpunkt am Ort aus

In Haar könnte eine zentrale Anlaufstelle für Pflegende geschaffen werden. Haars Bürgermeister Andreas Bukowski (CSU) hat jedenfalls von seinem Gemeinderat den Auftrag bekommen, sich dafür einzusetzen, dass in der Gemeinde ein so genannter Pflegestützpunkt aufgebaut wird. Diese Einrichtungen werden bundesweit mit Unterstützung der Bundesregierung geschaffen, um für die wachsenden Zahl pflegender Angehöriger unabhängige Beratungsstellen mit Fachpersonal aufzubauen. Die Initiative, einen Stützpunkt zu schaffen, muss allerdings beim Landratsamt liegen.

Und dort steht man der Angelegenheit bedingt aufgeschlossen gegenüber. Denn die Sozialverwaltung befürchtet kostspielige Doppelstrukturen. Es gebe ja bereits ein Netz an Anlauf- und Beratungsstellen, hieß es, als das Thema im Mai im Sozialausschuss des Kreistags beraten wurde. Für Beschäftigte würde eine aufwendige Weiterbildung notwendig, was personelle Lücken reißen würde. Doch im Ausschuss setzten sich CSU und Grüne durch, die angesichts der demografischen Entwicklung die Notwendigkeit sehen.

In Haar war auf Antrag der Grünen der Gemeinderat einstimmig für einen Stützpunkt in der Gemeinde. Uwe Manns (Grüne) sagte, Haar liege im Landkreis zentral und sei durch Expressbuslinien gut erreichbar. Ihm schwebt ein Büro des Pflegestützpunkts nahe dem Bahnhof vor, wo neben dem Rathaus gerade das frühere Maria-Stadler-Seniorenheim umgebaut wird, um Teile der Verwaltung aufzunehmen. Es sei nicht viel Platz vonnöten, argumentierte Manns. Es gehe rein um Beratung. Fraktionskollegin Ulrike Olbrich bot an, das künftige Grünen-Fraktionszimmer im Rathaus-Erweiterungsbau für den Stützpunkt zu nutzen. Derweil ist in Unterschleißheim ein Antrag von Grünen und SPD, zur Einrichtung eines Pflegestützpunkts an der Pegasusstraße vom Sozialausschuss zu den Akten gelegt worden. Das Begehr war an den falschen Adressaten gerichtet. Die Stadt habe kein Antragsrecht, heißt es zu der Ablehnung, das liege beim Landratsamt. Der Freistaat leistet eine Anschubfinanzierung und die Pflegekassen tragen einen Kostenanteil.

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