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Grasbrunn:Volle Gebühren für Notbetreuung

Geplante Entlastung von Eltern scheitert am Freistaat

Viele Eltern sind in diesen Corona-Zeiten mehrfach belastet: Neben dem Home-Office müssen sie die Kinder betreuen und beim Home-Schooling beaufsichtigen, gleichzeitig laufen die Gebühren für Kita und Mittagsbetreuung weiter. Zwar erlassen viele Gemeinden mittlerweile Gebühren, doch wer seine Kinder auch nur stundenweise in eine Betreuungseinrichtung bringt, muss oft den vollen Betrag zahlen. Grasbrunn wollte dies nun ändern und auch diese Eltern entlasten, ist damit aber an Vorgaben des Familienministeriums gescheitert.

Danach erstattet der Freistaat den Trägern von Kindertagesstätten die Elternbeiträge für die Monate April, Mai und Juni nur, wenn Kinder gar nicht, also auch nicht für wenige Stunden die Einrichtung besuchen. Die Gemeinde Grasbrunn hatte dagegen an einer Regelung gearbeitet, die auch Eltern die Beiträge erlässt, wenn ihre Kinder die Notbetreuungen nur zu 25 Prozent der gebuchten Zeit besuchen. Nachdem der Freistaat in diesen Fällen jedoch nicht die ausfallenden Gebühren ersetzt, nahm die Rathausverwaltung mit Zustimmung des Gemeinderats von diesem Vorhaben wieder Abstand.

Eltern, welche Kindergärten, Krippen, Hort und Mittagsbetreuung - egal in welchem Umfang - in den vergangenen beiden Monaten in Anspruch genommen haben und dies auch im Juni tun, müssen ihren vollen Beitrag zahlen. Sehr zum Missfallen des Elternbeirats der gemeindlichen Kinderwelt. Dieser hatte die pauschale Regelung als unfair empfunden und eine tagegenaue Abrechnung gefordert. Zumal die Eltern gebeten wurden, ihre Kinder nur zu den Zeiten zu bringen, in denen dies unbedingt notwendig ist. Mit der 25-Prozent-Regelung wollte die Gemeinde diesen Eltern eigentlich entgegenkommen. Aktuell besuchen 61 Kinder die Tageseinrichtungen in der Gemeinde Grasbrunn, regulär wären es 384.

© SZ vom 05.06.2020 / lb

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