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Grasbrunn:Schwerter zu Pflugscharen

Auch die Preisrichter beim Wettpflügen beim Keferloher Montag erhalten eine Aufwandsentschädigung.

(Foto: Claus Schunk)

Jahrelang haben die Kreisräte über Zuschüsse für den Keferloher Montag gestritten. Jetzt schließen sie Frieden.

Wenn in der Vergangenheit ein Zuschuss für den Keferloher Montag auf der Tagesordnung der Kreisgremien stand, war das in der Regel ein Garant für aufgebrachte Stimmung und hitzige Diskussion im Sitzungssaal des Landratsamts. Doch ist das Thema inzwischen offenbar so oft durchgekaut worden, dass der Großteil der Gegner einer finanziellen Unterstützung der Festveranstaltung Anfang September kaum noch aufmuckt und das Geld locker macht. Am Dienstag hat der Ausschuss für Sport, Kultur und Partnerschaften dem Verein "Die Keferloher Freunde" für die Veranstaltung 2018 nachträglich 12 000 Euro bewillig. Diese Summe soll fortan jedes Jahr fließen, vorausgesetzt natürlich, die Veranstalter können einen Verwendungsnachweis vorlegen.

Seit 2017 ist der Streit etwas befriedet, da die Keferloher Freunde das Geld gar nicht mehr für ihre gesamte Veranstaltung haben wollen, sondern explizit für das Wiederaufleben der Tradition des Wettbewerbpflügens. Es gehe nur darum, das Ackern wieder als Teil des mehrtägigen Landwirtschaftsfestes zu etablieren und einen Wettkampf auszurichten, der sich überwiegend an den Nachwuchs in der Landwirtschaft richte, argumentierten die Freunde der Freunde im Kreistag. Schließlich hatte CSU-Kreisrat Josef Hornburger 2017 in der Sitzung erläutert, dass bis vor 20 Jahren das Ackern sogar ein fester Bestandteil im Lehrplan der Berufsschule München-Land gewesen und jetzt auch wieder auf dem Vormarsch sei. Das nahm denen ein wenig den Wind aus den Segeln, die stets gewettert hatten, dass der Keferloher Montag eine CSU-Veranstaltung sei und der Landkreis nicht die Melkkuh für einen CSU-Förderverein. Gleichwohl fanden SPD und Grüne vor zwei Jahren noch, dass 12 000 Euro viel zu viel Geld ist für ein solches Ackern, auch wenn alle betonten, dass das Thema Landwirtschaft ihnen wichtig sei. Man wollte das Pflügen nur nicht finanzieren. Tradition hin oder her.

Das klingt kaum zwei Jahre später etwas anders. Annette Ganssmüller-Maluche (SPD), die sich einst sehr über den Zuschuss empörte, hatte diesmal nur eine kurze Nachfrage zur Zeltmiete, stimmte dem Beschluss dann aber zu. Parteifreundin Johanna Hagn sprach sich ebenfalls für einen festgelegten Zuschuss von 12 000 Euro in den kommenden Jahren aus, "damit der Antrag nicht jedes Jahr wieder neu gestellt werden muss".

Als dann auch Jörg Scholler von der FDP befand, dass das Pflügen "grundsätzlich förderungsfähig" sei, weil die Veranstaltung über den Kreis hinaus regen Zulauf habe, konnten der Kreisobmann des Bauernverbands, Anton Stürzer (CSU), und Otto Bußjäger (Freie Wähler), der stellvertretend für Landrat Christoph Göbel die Sitzung leitete und Mitglied bei den Keferloher Freunden ist, mit breiter Zustimmung rechnen. Am Ende stimmte nur Oliver Seth (Grüne) dagegen, der die Gleichberechtigung gegenüber anderen Vereinen vermisst.

Tatsächlich kann so ein Leistungspflügen richtig ins Geld gehen. Aus der Auflistung der Veranstalter geht hervor, dass für Preisgelder 2500 Euro anfallen, zu gewinnen gibt es außerdem Werkzeugkoffer und Bierfässer, was noch mal 1500 Euro macht. Das Zelt muss anteilig gezahlt werden - der größte Posten mit fast 7000 Euro. Dann gibt es eine Aufwandsentschädigung für die Teilnehmer (1000 Euro) und fast genauso viel für die acht Schiedsrichter. 720 Euro gehen für Essen und Getränke für Richter, Teilnehmer und Begleitpersonen drauf. Geht es nicht nur um den Kreisentscheid, sondern die Meister im Bezirk oder Land wird es noch teurer als insgesamt 12 000 Euro. "Zusätzliche Anträge kann man beim Landkreis immer stellen", sagte Bußjäger.