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Garching:Vorlesung im Zelt

TU startet wegen Baustellen mit vielen Provisorien ins Semester

Von Gudrun Passarge, Garching

Den Studenten der Technischen Universität München (TU) steht von Oktober an ein "Hybrid-Semester" bevor. Das bedeutet, dass man "so viel Präsenz wie möglich den Studenten bieten möchte", erläutert der Pressereferent der TU am Garchinger Campus, Andreas Battenberg. Massenvorlesungen sollen online stattfinden, damit die vorhandenen Räumlichkeiten für kleinere Veranstaltungen genutzt werden können.

Doch auch dieser Platz reicht derzeit nicht, da beispielsweise gerade im Maschinenwesen zwei große Hörsäle auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Die Bauarbeiten sollten bis Oktober abgeschlossen sein, aber coronabedingt kam es zu Lieferproblemen von Bauteilen und die Fertigstellung verzögert sich. Deswegen sollen die beiden Zelte, die schon im März aufgestellt wurden, noch voraussichtlich bis Dezember in Nutzung bleiben. Hinzu kommt noch ein drittes Zelt an der Friedrich-Ludwig-Bauer-Straße, das der Garchinger Stadtrat in seiner Bauausschusssitzung am Dienstag genehmigt hat. Hintergrund ist, dass noch ein dritter Hörsaal im Bau für Maschinenwesen ertüchtigt werden soll. Pro Zelt können gemäß der coronabedingen Abstandsregeln 190 Studenten die Vorlesungen oder Veranstaltungen dort besuchen, übrigens auch im Winter, denn die Zelte sind klimatisiert. Die beiden Zelte an der Boltzmannstraße wurden bisher hauptsächlich für Prüfungen genutzt, teilt die TU mit.

Die andere Ausweichmöglichkeit, das neue Audimax im Galileo, das ungefähr 1300 Studenten Platz bietet, ist bisher noch nicht nutzbar. Es sollte im September an die TU übergeben werden, aber sowohl Audimax als auch die Seminarräume stehen der Universität noch nicht zur Verfügung. "Ein Termin, ab wann wir die Räumlichkeiten nutzen können, ist uns nicht bekannt", heißt es von Seiten der TU. Allerdings hätten Mitarbeiter und Studenten der Fakultät Maschinenwesen bereits Räume im Nordflügel von Galileo bezogen. Galileo, auch als neue Mitte bekannt, die wesentlich zur Verbesserung der Infrastruktur und Lebensqualität am Campus beitragen soll, wird in Teilen schon genutzt. Aber für das Kongresszentrum, zu dem das Audimax gehört, das Hotel und das Apartmenthaus rechnet der Betreiber anders als geplant mit einer Eröffnung erst im nächsten Jahr. Ursprünglich sollten spätestens im September die ersten Gäste begrüßt werden. Warum das Bauprojekt sich verzögert, dazu war bis Redaktionsschluss keine Auskunft zu bekommen.

Unabhängig von Galileo wird auch sonst noch viel gebaut am Campus. Im Bauausschuss wies die Verwaltung auf den Neubau für das Zentrum für Quantentechnik hin, wo die Bagger schon angerollt sind. Das neue Institut, von dem sich die Wissenschaftler nicht nur Synergien innerhalb der TU, sondern auch mit den Forschungsinstituten am Campus versprechen, kostet etwa 40 Millionen Euro, die sich Bund und Freistaat teilen. Vorbereitet wird auch der Neubau für das Institutsgebäude des Physikdepartments, das dringend neue Räume braucht. Dort ist bereits ein Versorgungsgebäude nach außen versetzt worden, auf dessen Dach aktuell ein Parkhaus gebaut wird.

© SZ vom 17.09.2020

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