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Garching:Senioren haben Redebedarf

Garchinger Beirat wünscht sich mehr Kommunikation mit der Stadt

Von Gudrun Passarge, Garching

Die Kommunikation zwischen Rathausverwaltung und Seniorenbeirat könnte besser sein. Das ist das Ergebnis des Jahresrückblicks, den Helga Poschenrieder im Garchinger Stadtrat vortrug. Vorschläge, dies zu ändern, gab es gleich in der Sitzung. Ulrike Haerendel (SPD) überlegte, Verbindungsleute vom Stadtrat zu benennen, die die Sitzungen des Beirats besuchen könnten. Harald Grünwald (Unabhängige Garchinger) empfahl Poschenrieder, Wünsche des Seniorenbeirats allen Fraktionsvorsitzenden zu schicken, "um so mehr Druck auf die Verwaltung aufzubauen".

Die Vorsitzende des Seniorenbeirats hatte ihre Kritik am Beispiel des Bürgerbusses festgemacht, den sich die Senioren für Garching wünschen. Sie hatten sich in Haar zuvor erkundigt. Dort unterhält die Gemeinde ein Auto mit Chauffeur, der die Leute zu Hause abholt, um sie zum Arzt, Friseur, oder auch zu einer Geburtstagsfeier zu bringen, wie Poschenrieder ausführte. Vor drei Jahren habe man das Ansinnen eingebracht, klagte sie, "und es ist nichts passiert". Dieser Punkt führte zu einer längeren Diskussion. Poschenrieder hatte erklärt, dass sie gut ein Jahr nichts gehört habe aus der Verwaltung, und dann habe der Seniorenbeirat innerhalb kürzester Zeit erneut Stellung nehmen sollen. Nur um dann aus der Presse zu erfahren, dass der Punkt zusammen mit einem ähnlichen CSU-Antrag im Oktober 2019 im Stadtrat behandelt worden war. Jetzt ruhe das Projekt jedoch wegen der Corona-Pandemie.

Zuvor war Christopher Redl, im Rathaus zuständig für Senioren und Soziales, vom Behindertenbeirat für seinen Einsatz gelobt worden. Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) reagierte deshalb verwundert: "Jetzt bin ich schon erstaunt, dass Herr Redl hier eine Watschn bekommt." Helga Poschenrieder hat mittlerweile einen Brief an den Bürgermeister und die Fraktionsvorsitzenden geschrieben, in dem sie betont, dass mit ihrer Kritik "nicht Herr Redl gemeint war", wie sie sagt. Den Vorschlag Haerendels sieht sie kritisch, der Beirat wolle parteipolitisch unabhängig sein. Die Fraktionen zu informieren, kann sie sich jedoch vorstellen.

Ansonsten fordert sie, sich zusammenzusetzen und zu reden. Ein Vorschlag, den auch Redl favorisiert, der sich nach eigener Aussage nicht abgewatscht fühlt. "Kommunikation ist immer ein Miteinander", sagt er. Auch die Beiräte könnten sich im Rathaus erkundigen, wie es mit ihren Anliegen vorangeht. Und der Bürgerbus? Der heißt in Garching Bürgertaxi. "Ich verspreche Ihnen, die Testphase wird kommen", sagte Gruchmann.

© SZ vom 29.07.2020

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