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Garching:Neuer Wirt setzt auf Beständigkeit

Neue Wirte im Traditionsbiergarten: Simon Angermair, Sohn Maxim Angermair und Myriam Strathmann am Mühlenpark.

(Foto: Robert Haas)

Simon Angermair führt seit Ende Juli den Mühlenpark

Von Gudrun Passarge, Garching

Alter Biergarten in neuen Händen: Seit Ende Juli läuft der Garchinger Mühlenpark unter der Regie der Wirtsleute Myriam Strathmann und Simon Angermair. Für Angermair hat sich damit ein Traum erfüllt. "Es kann keinen schöneren Betrieb geben als einen Biergarten." Zumal den am Mühlenrad, der in idyllischer Lage 650 Leuten Platz bietet, jedenfalls in Nicht-Corona-Zeiten. Angermair hat dafür sein Lokal "Hopfen und Malz" am Rathausplatz aufgegeben, dort wird im Oktober sein Nachfolger einziehen.

Der neue Wirt ist mit der Gastronomie aufgewachsen. Die Vater betrieb in Freising die Luitpoldanlage. Dort waren Großveranstaltungen für bis zu 2000 Besucher möglich, wie der 33-Jährige berichtet. "Ich bin da richtig reingewachsen", schon als Bub habe er am Wochenende in der Küche geholfen oder dem Vater beim Ausschank. "Für mich gab es nie eine andere Sache." Deshalb verwundert es auch nicht, dass Angermair die Ausbildung zum Hotelfachmann absolvierte und später noch eine kaufmännische Ausbildung dranhängte. Der gebürtige Garchinger hat aber nicht nur im elterlichen Betrieb gearbeitet. Seine Führungsqualitäten stellte er als Geschäftsführer im Landshuter Augustiner neben der Martinskirche unter Beweis.

2012 dann kehrte Angermair nach Garching zurück, wo er sich mit der "Waikiki-Bar" selbständig machte. Danach kam das Hopfen und Malz. Die Bewerbung für den Biergarten las er zufällig in der Zeitung, seine Vorgängerin, Christa Schramm, hörte nach mehr als 40 Jahren auf. Er zögerte keine Sekunde, bewarb sich bei der Stadt und bekam den Zuschlag. Doch dann kam das Coronavirus - und die Neueröffnung verzögerte sich. Dass es im Juli endlich losgehen konnte, sei auch der Unterstützung der Stadt geschuldet, betont der neue Pächter.

Angermair hat das Objekt zusammen mit seiner Lebensgefährtin übernommen, die zuletzt schon im Hopfen und Malz mitgearbeitet hatte. Nur kleinere Dinge mussten gemacht werden, weißeln, neue Bilder aufhängen, eine neue Beleuchtung installieren, die etwa das Mühlenrad und die Bäume anstrahlt. Vor allen Dingen aber haben die neuen Wirte das alte Team übernommen. Insgesamt arbeiten um die zehn Leute in dem gastronomischen Betrieb. Ab und zu helfe aber auch noch Angermairs Sohn Maxim, betont der stolze Vater. Selbst die Speisekarte ist gleich geblieben, samt der Lieferanten.

So hat sich wenig verändert im Biergarten Mühlenpark. Vermutlich kommen auch dieselben Besucher wie früher, Garchinger, aber auch Münchner und gelegentlich die Radler vom Isarradweg, die eine Pause einlegen wollen, wie Strathmann berichtet. Das heißt aber nicht, dass Angermair keine Ideen hätte für die Zukunft. So schwebt ihm ein Winterprogramm vor. Vielleicht mit Eisstockbahn, oder ein paar Christkindlmarkthütten. Aber das müsse das Landratsamt erst noch genehmigen. Und auch auf der Speisekarte könnte sich Angermair noch ein paar zusätzliche Gerichte vorstellen. Aber eines ist ihm ganz wichtig; "Wir wollen nichts Extravagantes, kein Schicki-Micki. Es soll ein bayerischer Biergarten bleiben."

Jetzt genießen die Gäste erst einmal den schönen Altweibersommer. Der Biergarten soll noch eine Weile geöffnet bleiben. "Mitte bis Ende Oktober streben wir an, je nach Wetter", sagt Strathmann. Fest steht, dass er nächstes Jahr wieder regulär im April öffnen soll. In der Hoffnung, dass das Coronavirus nicht wieder den Betrieb erschwert.

© SZ vom 19.09.2020

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