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Garching:Forschungsreaktor gewährt Einblicke

Tag der offenen Tür mit Filmen, Vorträgen und Führungen

Was haben Bananenchips mit Radioaktivität zu tun und warum können Bakterien gegen Antibiotika resistent werden? Fragen wie diesen können Besucher beim Tag der offenen Tür der Forschungsneutronenquelle FRM II am Donnerstag, 3. Oktober, nachgehen. Die Mitarbeiter des Reaktors haben ein vielseitiges Programm für den Tag der Deutschen Einheit zusammengestellt, der auch ein eigenes Kinderangebot umfasst, denn der FRM II der TU München nimmt zum zweiten Mal am "Türöffner-Tag" der Sendung mit der Maus teil, der deutschlandweit stattfindet. Allerdings ist das Kinderprogramm schon ausgebucht.

Die Neutronenquelle Heinz-Maier-Leibnitz steht derzeit still, weil die Lieferkette von Brennelementen über Russland und Frankreich unterbrochen ist. Es laufen Verhandlungen, wie die aufbereiteten Brennelemente von Frankreich aus nach Deutschland transportiert werden dürfen. Nach Auskunft von Anke Görg, eine der Sprecherinnen am FRM II, ist im Moment noch nichts geklärt. Man sei aber optimistisch, dass der normale Betrieb im Januar wieder beginnen kann.

Dessen ungeachtet präsentiert sich der Forschungsreaktor am Tag der Deutschen Einheit mit vielen Programmpunkten wie Filmen, Vorträgen und Führungen. Besucher können sich erklären lassen, wie so ein Hochleistungsreaktor funktioniert und wo Neutronenforschung angewandt wird. Sie werden über den Einsatz von Radioisotopen und Radiopharmaka in der Krebstherapie informiert und können selbst messen, wie viel Radioaktivität in Nahrungsmitteln vorhanden ist - etwa in Bananenchips oder Paranüssen, die laut Bundesamt für Strahlenschutz einen circa tausendfach höheren Radiumgehalt als die Gesamtnahrung in Deutschland aufweisen können. Interessant dürfte auch der Nachbau eines FRM-II-Instruments aus Lego sein, das ein Student für seine Bachelor-Arbeit angefertigt hat. Das Lego-Instrument kann über ein Display gesteuert werden und ist voll funktionsfähig.

Der FRM II hat am Tag der offenen Tür am Donnerstag, 3. Oktober, von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Der Zugang ist über die James-Franck-Straße 1 in Garching möglich, Besucher müssen einen Ausweis dabeihaben. Das Programm ist auch auf der Homepage der Neutronenquelle veröffentlicht. Für die Führungen ist eine Online-Anmeldung notwendig, es gibt noch freie Plätze.

© SZ vom 10.09.2019 / pa

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