Garching Eine Unterschrift fehlt

Bagger haben schon vor einigen Wochen die Erde auf einigen Feldern in dem künftigen Baugebiet weggeschoben.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Weil eine Familie dem städtebaulichen Vertrag noch nicht zugestimmt hat, muss das Garchinger Baugebiet Kommunikationszone möglicherweise kleiner werden als geplant. Rasch umgesetzt werden soll es aber auf alle Fälle

Von Gudrun Passarge

Im Garchinger Baugebiet Kommunikationszone bewegt sich was. Bagger rückten an und schoben Erde auf den Äckern hin und her. Es handelt sich nach Angaben des Landratsamtes um archäologische Untersuchungen und Leitungsarbeiten. Gleichzeitig wird hinter den Kulissen noch eifrig verhandelt. Es fehlt noch die Unterschrift einer Familie, die Grundstücke in der Kommunikationszone besitzt. Doch Bürgermeister Dietmar Gruchmann (SPD) ist nach eigener Aussage "guter Dinge", dass alles noch in diesem Jahr geregelt werde.

Die Kommunikationszone ist das größte Baugebiet, das die Stadt in den nächsten Jahren plant. Auf circa 31 Hektar Fläche soll die Lücke zwischen der Stadt und dem Forschungscampus geschlossen werden. Wenn die Pläne wie vorgesehen umgesetzt werden, könnten hier in naher Zukunft etwa 3000 Menschen leben. Außerdem soll dort eine neue fünfzügige Grundschule entstehen, die dringend benötigt wird, weil die anderen Grundschulen alle schon mit Raumproblemen zu kämpfen haben.

Die Fläche der Kommunikationszone teilen sich insgesamt sieben Besitzer, darunter auch die Stadt, der Freistaat und Privatpersonen. Fast alle Beteiligten haben auch den städtebaulichen Vertrag schon unterschrieben. Die Familie, die noch nicht unterschrieben hat, habe jetzt eine Frist gestellt bekommen, berichtet der Bürgermeister. Noch vor Weihnachten soll Klarheit herrschen, wie es weitergeht. Die anderen Grundeigentümer würden gerne so bald wie möglich mit den Arbeiten beginnen und hätten den Wunsch geäußert, falls die eine Familie jetzt doch nicht mitmachen will, das Baugebiet entsprechend zu verkleinern. "Wir müssen weiterkommen", sagt auch Gruchmann aus städtischer Sicht, "wir brauchen das Areal, wo die Grundschule draufkommen soll." Die Verhandlungen liefen, er hoffe auf eine baldige Einigung.

Zu den Arbeiten, die Teile der Felder in eine "Mondlandschaft" verwandelt hätten, sagt Gruchmann, hier habe es anscheinend ein Eigentümer sehr eilig gehabt. Aber gemäß städtebaulichem Vertrag, sei jeder Grundbesitzer selbst dafür verantwortlich, eine belastungsfreie Übergabe des Bodens zu gewährleisten. Zu den Vorarbeiten gehören in Garching auch archäologische Bodenuntersuchungen. Es wäre nicht das erste Mal, dass tatsächlich Funde freigelegt werden. Das betreffende Grundstück befinde sich in der Nähe zweier kartierter Bodendenkmäler. Das Landratsamt stuft es deswegen als "Verdachtsfläche für Bodendenkmäler" ein. Diese Voruntersuchung sei vom Landratsamt genehmigt worden, teilt eine Sprecherin mit. Die erlaubten Erdarbeiten "begründen keinen Rechtsanspruch auf eine weitergehende spätere Nutzung", heißt es weiter.

Zugleich dienen die Erdarbeiten aber auch einer Kabelverlegung. Wie der Bürgermeister ausführt, würden die Strommasten rund um das Gebiet abgebaut. In Zukunft sei das komplette Areal nur noch erdverkabelt. Die Leitungen führten an der Nordseite der Kommunikationszone entlang und dafür müsste auch auf anderen Grundstücken noch gegraben werden.

Die Anwohner und Spaziergänger werden noch eine Weile mit den aufgeschobenen Erdhügeln leben müssen. Die Archäologen lassen ihre Arbeiten während des Winters ruhen. "Erst im Frühjahr geht's wieder weiter", sagt der Bürgermeister. Bis dahin sollte auch klar sein, welchen Umgriff die geplante Kommunikationszone tatsächlich haben wird.