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Garching:Der Erbauer der Matschküche

Linus Brösamle beim Feuermachen für den Hexenkessel, in dem ein Süppchen für das Sommerfest kocht. Der Garchinger sagt, er habe von dem Jahr bei den Findefüchsen profitiert und viel gelernt.

(Foto: Naturkindergarten)

Linus Brösamle hat seinen Bundesfreiwilligendienst im Naturkindergarten geleistet

Von Gudrun Passarge, Garching

Die Kinder haben ihren Spaß im Naturkindergarten der Arbeiterwohlfahrt. Sie kochen zum Beispiel gerne in der Matschküche ihre Suppe oder gar Pfannkuchen, alles aus natürlichen Zutaten, versteht sich. Linus Brösamle hatte auch seinen Spaß im Naturkindergarten, der seit neuestem den Namen "Die Findefüchse" trägt. Der 19-Jährige ist der Erbauer der Matschküche, er leistete dort seinen Bundesfreiwilligendienst, der mit 500 Euro im Monat vergütet wird. Der junge Mann sah vor einem Jahr die Anzeige, dass die Arbeiterwohlfahrt einen Bufdi für den Kindergarten sucht, und griff zu. Er wollte mit Kindern arbeiten, und er liebt die Natur. Etwas Erfahrung brachte er auch schon mit, denn er hat kleine Cousinen.

Nach einem Jahr sagt er: "Ich kann das definitiv empfehlen." Der Garchinger beschreibt seine Zeit im Naturkindergarten als sehr abwechslungsreich. Wenn er auch schnell gemerkt hat, dass seine zukünftige Berufswahl wohl eher in die handwerkliche Richtung gehen wird als in die pädagogische. Denn manchmal habe er schon Schwierigkeiten gehabt, sich bei den Kindern durchzusetzen, berichtet er, besonders dann, wenn sie recht aufgedreht waren.

Aber trotzdem, er habe profitiert von dem Jahr. Er mochte es, den Kindern beim Spielen zuzuschauen, mit ihnen herumzutollen, ihre Fantasie zu erleben. Und natürlich, so sagt er, könne er inzwischen "viel besser mit Kindern umgehen" als vorher. Besonderen Spaß hatte er jedoch an den handwerklichen Aufgaben. Etwa eine Schaukel für fünf Kinder aus Holzstämmen, Spanngurten und Seilen zu bauen. Oder ein Floß. Oder ein Windrad.

Und dann findet Brösamle, er sei auch "ein gutes Stück selbständiger geworden". Der Garchinger hat inzwischen einen Ausbildungsvertrag als Land- und Baumaschinenmechatroniker unterschrieben, und er plant, von zu Hause auszuziehen. "Ich will mit einem Kumpel eine WG machen."

Es habe ihm gefallen, sehr viel ausprobieren zu können, sagt Brösamle. Genau das berichtet auch die Leiterin des Naturkindergartens, Isabel Nefzger, die auf der Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin für Linus Brösamle ist. Der könnte im September anfangen, wenn die Gruppe mit 15 Kindern startet. Wer bereit sei, sich auf etwas Neues einzulassen, die Natur liebt und gerne mit Kindern arbeitet, der sei genau richtig auf dem Posten. Wegen der Ausgewogenheit, hätte Nefzger nichts dagegen, wenn sich wieder ein Mann meldete. "Es ist mir wichtig, dass die Kinder nicht in einer Frauenwelt aufwachsen", sagt sie. Ein Mann spiele auch ganz anders mit den Kindern, hat sie beobachtet. Aber natürlich freue sie sich auch über weibliche Bewerbungen, sagt Nefziger. Sie verspricht: "Jeder neue Tag ist ein Abenteuer, bei dem wir viel lernen und gemeinsam wachsen." Zu erreichen ist die Kindergartenleiterin per Mail: Isabel.Nefzger@awo-kvmucl.de.

© SZ vom 30.07.2020

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