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Friseur-Salon Bash-Club:Reine Kopfsache

Robert Weinzierl und Ralph Kästle führen den Friseursalon Bash-Club: Hier fiel Dieter Bohlens Matte, hier wird Bastian Schweinsteiger aufgestylt.

Philipp Crone

Es sieht zwar nicht aus wie "der härteste Job" - auch wenn so Ralph Kästle seinen Beruf beschreibt, den des Friseurs. Der 40-jährige Glatzkopf mit der goldumrandeten Sonnenbrille und der bulligen Figur führt zusammen mit Robert Weinzierl den "Bash-Club".

Robert und Ralph, die beiden Chefs vom Bash-Club: Hier lassen sich die Kicker die Haare schneiden.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Kollege Weinzierl ist gerade im Einsatz, seinen "Knochenjob" macht er im Parterre des Geschäfts an der Sendlinger Straße mit überschlagenen Beinen, manchmal legt er die Schere weg, greift zu seinem iPhone4 oder er ratscht mit den beiden Begleitern des Kunden, die auf einer Fensterbank hocken und auf einen Bildschirm schauen. Es ist eher ein langes Abhängen hier als ein kurzes Abschneiden, mehr Treffen als Termin.

Die Anforderungen an einen guten Friseur lauten laut Kästle: austrainierte Physis - die Körperhaltung ist etwa so ungesund wie die eines Kameramanns, dazu psychologische Grundkenntnisse und vor allem Durchsetzungsvermögen. "Man könnte", diese Formulierung "gibt es bei uns nicht", sagen sie, und: "Wir orientieren uns nicht an den Gästen." Vielleicht sind sie erfolgreich, weil sie nach dieser Devise handeln. Vielleicht, weil der Kunde hier auch eine Show geliefert bekommt, die Dieter Bohlen, Lothar Matthäus, Bastian Schweinsteiger oder viele andere aktuelle Münchner Fußballprofis bereits kennen.

Kästle geht im Obergeschoss an der marokkanischen Wartelounge vorbei, am DJ-Pult, an der Lichtanlage, am mit weißen Steinchen ausgelegten Toilettenbereich zum Raum mit den drei Plätzen für die Kopfwäsche. Der Gast wird hier vor dem Schnitt horizontal gebettet und am Kopf gepflegt, auf Stühlen, die denen eines Zahnarztes ähneln. "Zahnarzt ist der zweite Beruf, der so fordernd ist wie Friseur", sagt Kästle. Man sitzt krumm rum, hört den Kunden zu und berührt sie permanent am Kopf.

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