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Friedhof:Im Tod sind alle gleich

Oberhaching lehnt eigene Grabfelder für Muslime ab

Auf dem Friedhof Oberhaching wird es auch weiterhin keine konfessionsgebundenen Grabfelder geben. Der Haupt- und Finanzausschuss hat sich in seiner jüngsten Sitzung gegen eine Änderung der bisherigen Friedhofsstruktur ausgesprochen. Laut Verwaltung hatte es in den vergangenen Wochen Anfragen an das Rathaus nach einem muslimischen Grabfeld gegeben. Die Bestattung nach muslimischen Grundsätzen ist in München am Waldfriedhof sowie am West- und Südfriedhof möglich. Im Landkreis bietet die Gemeinde Ottobrunn eine muslimische Grabfeldausrichtung an. In Oberhaching sind sich Verwaltung und die Mitglieder des Ausschusses aber einig: Eine konfessionelle Ausweisung eines Grabfelds würde in die offene Friedhofsstruktur eingreifen, die aber beibehalten werden soll.

Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) betonte in der Sitzung: "Wir setzen uns nicht mit Ritualen auseinander." Oberhaching habe genügend Gräber, in denen muslimische Mitbürger beerdigt werde könnten. Eine besondere Bereitstellung eines Grabfeldes sei nicht notwendig, da durch die Anordnung der Gräber auf dem Oberhachinger Friedhof immer eines frei sei, das nach Osten ausgerichtet ist. "Dass nun auch noch rechts und links kein Ungläubiger liegt, ist bei uns nicht passend", so der Bürgermeister. "Wir urteilen auch nicht, wer welchen Abstand braucht", sagte er mit Blick auf die Vorgaben, die die Verwaltung für ein muslimisches Grabfeld auflistet. Zudem befürchtet man im Rathaus, eine konfessionsgebundene Ausweisung könnte zu weitere Anfragen verschiedener Religionsgemeinschaften führen.

© SZ vom 30.09.2017 / hilb

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