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Studienbeiträge:Studenten hoffen auf Gebührensenkung

500 Euro zahlen Studierende der LMU pro Semester. Nun soll über die Höhe der umstrittenen Gebühren abgestimmt werden.

Es gibt keinen anderen Streit an den Hochschulen, den die Studentenvertreter ähnlich vehement ausfechten wie den Kampf gegen die Studiengebühren. Nun steht an der Universität München (LMU) in der kommenden Woche eine Entscheidung ausgerechnet darüber an, wie es dort mit den Gebühren weitergeht.

Bildungsstreik

Seit ihrer Einführung im Jahr 2007 sorgen die Studienbeiträge für Unmut bei den Studenten.

(Foto: ag.dpa)

Zwar geht es nicht um die Abschaffung, die die Studenten seit Jahren fordern, aber immerhin ist im Gespräch, ob künftig weniger als die derzeit 500 Euro im Semester fällig sein sollen, womöglich gar nur noch 300 Euro pro Halbjahr. Klar also, dass die Studentenvertreter versuchen, den Druck noch einmal zu erhöhen.

Die Chancen auf eine Senkung stünden gut, so jedenfalls behaupten sie. Seit der Einführung der Gebühren in Bayern im Jahre 2007 seien an der LMU Restbeträge von rund 20 Millionen Euro aufgelaufen. Dieser Betrag entspreche in etwa den Einnahmen aus einem Semester Studiengebühren, rechnet Nadine Ponsel von der Geschäftsführung der Studierendenvertretung vor.

Umso mehr argwöhnen die Studenten, die Hochschulspitze wolle Einfluss nehmen auf den Senat der LMU. Der hatte im Herbst vergangenen Jahres satzungsgemäß erstmals eine Kommission eingesetzt, die die Verwendung der Gebühren begutachten sollte, und will am kommenden Donnerstag entscheiden. So habe sich LMU-Präsident Bernd Huber öffentlich mehrmals deutlich gegen eine Gebührensenkung ausgesprochen. Auch die Dekane hätten mit großer Mehrheit gegen eine Senkung votiert - und damit Stimmung gemacht.

In den zuständigen Kommissionen nämlich, die in den einzelnen Fakultäten über die Verwendung der Gebühren entscheiden, ergebe sich ein ganz anderes Bild: Nach Zählung der Studenten könnte sich fast die Hälfte dieser Gremien, die zur Hälfte mit Studenten besetzt sind, durchaus für eine Gebührensenkung erwärmen. Drei weitere wären ebenfalls dabei, wenn die Ersatzfinanzierung gesichert sei.

LMU-Präsident Bernd Huber und der Informatiker Martin Wirsing, der die Gutachter-Kommission leitet, wollen sich derzeit nicht zum Gebührenthema äußern. Sollte der Senat indes für eine Senkung stimmen, wäre die LMU damit nicht die erste Hochschule in Bayern.

Während der Studentenproteste und Hörsaalbesetzungen im Winter hatte die Universität Bamberg entschieden, die Gebühren von Sommer 2010 an von 500 auf 400 Euro pro Semester zu senken. Auch die Hochschule München ging kürzlich von 465 auf 430 Euro.