Die Weihnachtsmacher Vor der Schule in die Kirche

Die Mitglieder des Jugendchors proben für ihren Auftritt am frühen Mittwochmorgen.

(Foto: Claus Schunk)

Der Jugendchor von St. Magdalena singt am Mittwoch frühmorgens bei Kerzenschein

Von Angela Boschert, Neubiberg

Die Augen der Jugendlichen blitzten, als sie sagten: "Natürlich wollen wir an Rorate wieder singen!" Chorleiterin Margret Joswig hatte gehofft, dass sich einige melden, aber dass gleich 20 Jugendliche bereit sind, schon frühmorgens in die Kirche St. Magdalena in Ottobrunn zu kommen, macht sie glücklich. Für die erste Rorate-Messe an diesem Mittwoch, 5. Dezember, von 6 Uhr an hat Joswig mit dem Jugendchor Lieder aus mehreren Jahrhunderten einstudiert, darunter auch die eigentliche Rorate-Antiphon.

Rorate-Messen gehören zu den alten Adventsbräuchen und sind in Bayern seit Ende des 15. Jahrhunderts nachzuweisen. Sie werden frühmorgens bei Dunkelheit gefeiert. Nur einige Kerzen erhellen den Kirchenraum. Es sind Votivmessen zu Ehren der Gottesmutter Maria, die in besonderer Weise die Sehnsucht nach der Ankunft Gottes in der Welt zum Ausdruck bringen.

Seit 2001 leitet Joswig den Kirchenchor von St. Magdalena, gründete 2004 den dortigen Jugendchor und führte vor zehn Jahren die Chorklassen am Gymnasium Neubiberg ein. Ihr ist immer wichtig, dass die Musik den kirchlichen Anlass unterstützt. Für die Rorate-Messfeier sollte die Musik besonders sein und zugleich begeistern. Sie wollte "einfach schöne Adventslieder in vierstimmigen Chorsätzen" mit zwei Werken verbinden, die den Jugendlichen viel Spaß machen. So wird zum einen etwa "Macht hoch die Tür" und "Es kommt ein Schiff geladen" mit der Gemeinde im Wechsel gesungen. Zum anderen ahmt der Chor im französischen Kinderlied "Carillon du Vendome" den Klang der Glocken des Doms von Vendome nach, bevor er das jazzige "Glorious Kingdom" von Wolfgang Kelber aufführt, das einige technische Schwierigkeiten enthält. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, hat Joswig die Sänger am Mittwoch schon um 5.30 Uhr zum Einsingen bestellt. Soll doch der Gottesdienst bei Kerzenschein musikalisch gut gelingen. Im Anschluss an die Messe gibt es noch ein gemeinsames Frühstück. "Die Schüler kommen trotzdem pünktlich in die Schule", betont die Musiklehrerin.

Ein bisschen stolz ist Joswig, dass die Jugendlichen die Rorate-Antiphon "natürlich in Latein" singen wollen. Es handelt sich um einen Vers aus dem alttestamentlichen Buch Jesaja, der als Wechselgesang vorgetragen wird: Rorate caeli desuper, et nubes pluant iustum: Aperiatur terra, et germinet Salvatorem - Tauet Himmel, von oben, ihr Wolken, regnet den Gerechten: Es öffne sich die Erde und sprosse den Heiland hervor.