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Coronavirus:Fünf Tote, 561 Infizierte

Die Corona-Epidemie breitet sich im Landkreis München weiter aus. Die Arbeiterwohlfahrt richtet eine Hotline ein, um in der Krise zu helfen

Mittlerweile gibt es im Landkreis München fünf Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus zu beklagen. Am Freitag ist nach Angaben des Landratsamtes eine weit über 80-jährige Frau gestorben, am Samstag ein Mann im Alter von Mitte 70. Seit Samstag ist die Zahl der bestätigten Infektionen um 22 auf 561 Fälle gestiegen. Die Statistik für die einzelnen Kommunen sieht wie folgt aus (Stand: Sonntag, 13 Uhr): Aschheim 12, Aying 5, Baierbrunn 10, Brunnthal 5, Feldkirchen 7, Garching 33, Gräfelfing 25, Grasbrunn 7, Grünwald 39, Haar 27, Höhenkirchen-Siegertsbrunn 13, Hohenbrunn 15, Ismaning 51, Kirchheim 26, Neubiberg 29, Neuried 9, Oberhaching 34, Oberschleißheim 14, Ottobrunn 25, Planegg 14, Pullach 19, Putzbrunn 8, Sauerlach 8, Schäftlarn 14, Straßlach-Dingharting 4, Taufkirchen 20, Unterföhring 15, Unterhaching 38, Unterschleißheim 35.

In Ismaning hat die Leitung des Bürgerstift-Pflegeheims damit begonnen, die Angehörigen der Bewohner über etwaige weitere positive Tests zu informieren, wie Bürgermeister Alexander Greulich (SPD) sagt. Dort hatte es am Donnerstag den ersten Todesfall in einer Senioren-Einrichtung im Landkreis München gegeben, bei neun weiteren Bewohnern des Heims sowie acht Pflegekräften stand am Donnerstagnachmittag eine Infektion bereits fest, die Ergebnisse der Testung aller Bewohner und des Personals sollen am Montag öffentlich bekannt gemacht werden. Die betroffene Station, eine gerontopsychiatrische Abteilung, in der 24 Bewohner untergebracht sind, steht unter Quarantäne. Bewohnerinnen und Bewohner, die mit Corona infiziert sind, werden laut dem Bezirksverband der Arbeiterwohlfahrt (Awo), die das Bürgerstift betreibt, intensiv betreut und überwacht. Man stehe "mit einem Ärzteteam, das speziell für die Behandlung dieser Krankheit geschult ist, in engem Kontakt", heißt es in einem Brief an die Angehörigen der Senioren. Auch Betten auf Intensivstationen in Krankenhäusern in der Umgebung stünden im Ernstfall zur Verfügung. Im Ismaninger Bürgerstift sind 105 Mitarbeiter beschäftigt.

Das Landratsamt geht nach den Worten einer Sprecherin davon aus, dass das Virus in das Haus getragen wurde, als es noch kein Besuchsverbot für Pflegeheime gab. Das sei auch im Hinblick auf die zweite Senioren-Einrichtung im Landkreis denkbar, bei der es derzeit einen getesteten Fall gibt. Den Ort will die Behörde nicht nennen. "Der Fall ist anders gelagert, es handelt sich nicht um eine geschlossene Station, die Bewohner sind alle in Einzelzimmern untergebracht", so die Sprecherin.

Der Awo-Kreisverband München-Land bietet unterdessen eine Krisen-Hotline an. Unter der Telefonnummer 089/67 20 87 28 stehen von Montag bis Freitag zwischen 9 und 13 Uhr Fachleute für Fragen bereit. Viele Menschen seien durch die Corona-Krise verunsichert, so die Awo, sähen sich in einer Lebenssituation, die völlig neu für sie ist und viele Fragen aufwirft, auf die sie Antworten suchen: Wie kann ich meine Kinder davon überzeugen, dass sie in der Wohnung bleiben sollen? Wie kann ich sie motivieren, ihre Hausaufgaben zu machen? Wie schaffe ich es, mit meiner Existenzangst umzugehen? Wer kann mir beim Einkaufen helfen, wenn ich das Haus nicht verlassen darf? Die Beratung durch Experten ist kostenlos.

© SZ vom 30.03.2020

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