Bürgerversammlung:Plädoyer gegen mehr Busse

Die Äußere Hauptstraße sei eh schon dicht, klagen Neubiberger

Von Daniela Bode, Neubiberg

Mehr Lärm und Verkehr durch weitere Busse wollen die Anlieger der Äußeren Hauptstraße in Neubiberg am liebsten vermeiden. So hat ein Anwohner am Donnerstag bei der Bürgerversammlung in der Aula der Grundschule Neubiberg dafür plädiert, den Ludwig-Bölkow-Campus in Ottobrunn nicht wie angedacht per Bus von der U-Bahnstation Neuperlach Süd auch über die Äußere Hauptstraße anzubinden, sondern von der S-Bahnstation in Hohenbrunn aus. Die Neubiberger wären sonst sehr belastet, meinte er. Die Hohenbrunner würde es wohl kaum stören, weil der Campus westlich der Gemeinde liege. Dort ist keine Wohnbebauung.

Der Wunsch wird nicht ganz in Erfüllung gehen. Wie Bürgermeister Thomas Pardeller (CSU) den etwa 30 erschienenen Besuchern und im Schnitt 95 Zuschauern per Streaming zuhause sagte, ist es Ziel, den Campus gut anzubinden. Da nutze man nun die gute Taktung der U-Bahn. Ob die vom Anwohner vorgeschlagene Idee vertieft geprüft wurde, wisse er nicht, auch wenn er im Mobilitätsausschuss des Landkreises sitze. Er könne sich aber vorstellen, dass von der U-Bahn und von der S-Bahn aus angeschlossen werde. "Die eigentlich nachhaltige Idee ist der U-Bahnausbau - dafür kämpfen wir ja", sagte er.

Auch einer anderen Anwohnerin, die sich wegen ohnehin dichten Verkehrs keine weitere Buslinie auf der Äußeren Hauptstraße vorstellen kann, musste er die Illusion nehmen. "Die Busse sollen genau dazu beitragen, dass weniger Verkehrsbelastung auf der Straße ist", sagte er. Zu sagen, ein Bus mehr sei schlecht, sei zu einfach. Derweil hatte der Rathauschef von vielen Fortschritten aus der Gemeinde zu berichten, unter anderem über einige Bauprojekte. So soll es im kommenden Jahr mit der Bauphase rund um die Erweiterung des Rathauses losgehen, nachdem sich der neue Gemeinderat auf einen etwas kompakteren Entwurf geeinigt hat. Auch mit den Planungen zum Neubau des Seniorenzentrums geht es weiter. Der Bau soll vor 2024 starten, also früher als noch voriges Jahr gedacht. Da hatte die Gemeinde das Projekt wegen der coronabedingt schlechten Haushaltslage auf Eis gelegt. Möglich war die Wiederaufnahme des Vorhabens, weil die Gemeinde dieses Jahr höhere Gewerbesteuereinnahmen erzielt als zunächst gedacht.

Pardeller betonte zudem die Fortschritte in Sachen Klimaschutz. So hat sich die Kommune das Ziel gesetzt, bis spätestens 2040 klimaneutral zu sein, die Verwaltung will das schon 2030 schaffen. "Wir wollen ein gutes Beispiel sein", sagte er. Als eine Herausforderung nannte er etwa, bei alten Häusern Klimaneutralität zu erreichen. Dieses Thema wird auch bei der Sanierung der gemeindlichen Wohnungen in der Cramer-Klett-Straße 34 und 36 sowie der Siegfriedstraße 1a und 1b eine Rolle spielen. Aber nicht nur das: Bei dem nun beschlossenen Konzept für das dortige Vorhaben wird auf eine maßvolle Nachverdichtung und den Erhalt des Gartenstadtcharakters geachtet, worauf die Gemeinde seit jeher Wert legt. Es sollen zwei weitere Häuser entstehen und der Spielplatz im Norden nicht angetastet werden.

Quasi als Beweis dafür, dass heute ohne Digitales kaum mehr etwas geht - auch die Gemeinde erhält einen digitalen Masterplan, bei dem es auch um "e-Akten" geht -, warb Pardeller für die Nutzung der kürzlich eingeführten "democy app". Er ließ sie die Zuhörer gleich selbst an ihren Mobilgeräten testen. Die Bürger können damit zu aktuellen Themen ihre Meinung äußern. "Wir erhoffen uns so ein noch besseres Gespür dafür zu bekommen, was Sie bewegt", sagte er.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB