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Brunnthal:Protest gegen Windräder

Kritiker demonstrieren gegen Pläne für den Hofoldinger Forst

Der Streit um den geplanten Bau von Windkraftanlagen im Hofoldinger Forst treibt in Brunnthal die Menschen auf die Straße. Die Gegner jeglicher Nutzung von Windkraft in dem Waldgebiet haben für Dienstagabend eine Protestaktion vor dem Dorfladen in Brunnthal angemeldet. Gleichzeitig ist eine Gegendemonstration geplant. Bei der soll all denen der Rücken gestärkt werden, die sich für eine moderate Nutzung des Waldes für Windkraft einsetzen, wie es die vier in der Arbeitsgemeinschaft Windenergie Hofoldinger Forst (Arge) zusammengeschlossenen Gemeinden Sauerlach, Aying, Otterfing und eventuell auch Brunnthal beabsichtigen. Vier Windräder wären demnach möglich.

Die Protestkundgebungen finden von 19 Uhr an statt, während nebenan in der Schulaula die Bürgermeister zum nicht öffentlichen Arge-Treffen beisammen sitzen. Diesen soll laut Siegfried Hauser, der für die Parteifreie Wählergruppe (PWB) im Brunnthaler Gemeinderat sitzt, der Widerstand gegen ihre Windkraftpläne deutlich gemacht werden. Vier Windräder wären erst der Anfang, sagt Hauser und warnt vor der "Zerstörung" einer Kulturlandschaft. Es sei sinnlos, Windenergie in einem ausgewiesenen Schwachwindgebiet zu erzeugen. Die richtige Antwort auf den Klimawandel sei "mehr Wald" und nicht, einen funktionierenden Wald zu schwächen. Den Protest unterstützen laut Hauser die SPD und die UBW. In Hofolding und Faistenhaar habe man Flugblätter verteilt.

Allerdings bekommen die kompromisslosen Windkraftkritiker Gegenwind zu spüren. Viele Bürger befürchten, dass Investoren im Hofoldinger Forst ohne Beschränkung loslegen könnten, sollte Brunnthal die Arge-Pläne torpedieren, die auf einen Standortsicherungsvertrag mit den Staatsforsten abzielt und der höchstens vier Anlagen zulassen soll. Die CSU Brunnthal war wegen dieser Sorge zuletzt auf eine moderate Protestlinie eingeschwenkt. Ein offener Brief kursiert, in dem Bürger vor einem Szenario mit mehr als vier von Investoren gebauten Windrädern warnen.

© SZ vom 05.11.2019 / belo
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