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Bildung:Verstärkung für Oberhachings Schulen

Die Gemeinde Straßlach-Dingharting will ihre Mittelschüler nicht mehr nach Pullach, sondern in die Nachbargemeinde schicken. Davon könnte auch die geplante FOS profitieren

Von Iris Hilberth, Oberhaching/Straßlach-Dingharting

Derzeit besuchen 16 Schüler aus Straßlach-Dingharting die Mittelschule. Dazu fahren sie nach Pullach, denn sie sind der dortigen Josef-Breher-Schule zugeordnet. Geht es nach der Gemeinde, dann wird sich das bald ändern, denn im Rathaus richtet man längst den Blick in Richtung Oberhaching und hat bereits beim Schulamt einen Antrag auf Änderung des Einzugsbereichs gestellt. In der Nachbargemeinde Oberhaching nimmt man diesen Wunsch wohlwollend zur Kenntnis. Mehr Schüler für die Mittel- und Wirtschaftsschule kann man hier locker unterbringen, während in Pullach die Klassenzimmer voll sind.

An der Oberhachinger Mittelschule auf dem Kyberg sinken Schülerzahlen, und deshalb bezeichnet die Schulleitung es auch als "sehr wünschenswert", wenn sie Zuwachs bekommt. An der Oberhachinger Mittelschule fährt man inzwischen nur noch einzügig, bisher war die Schule zweizügig aufgestellt. Platz genug wäre also. "Wir begrüßen das sehr", sagte auch Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Doch ist dieser rein zahlenmäßig praktische Nutzen einer Umorientierung nicht der einzige Grund, warum sowohl Straßlach-Dingharting als auch Oberhaching Gefallen an einer solchen Änderung finden.

Unter dem Dach der Oberhachinger Bildungseinrichtung direkt neben dem Gymnasium sind die Mittelschule sowie die einzige Wirtschaftsschule im Landkreis, ein Teil der Staatlichen Dieter-Hildebrandt-Wirtschaftsschule München, untergebracht. Sie bietet Schülerinnen und Schülern ab der achten Jahrgangsstufe die Möglichkeit, in einem dreistufigen System den mittleren Schulabschluss zu erreichen. Aktuell gibt es zwölf Klassen. Ziel ist es laut Bürgermeister Schelle, die Wirtschaftsschule zudem auf die Mittelschule "aufzusetzen" und mit dem Quali nach der neunten Klasse eine zehnte und elfte Klasse anzubieten. "Damit kann man dann auf die FOS gehen", so Schelle.

So wäre das Bildungsangebot in Oberhaching dann abgerundet. Denn derzeit planen Landkreis und Gemeinde einen Schulcampus mit Realschule und Fachoberschule (FOS), an der sich auch Straßlach-Dingharting über einen Zweckverband beteiligen kann.

Wollen die Straßlach-Dinghartinger sich mit ihren Realschülern in Richtung Oberhaching statt wie bislang nach Wolfratshausen orientieren und beließen sie ihre Mittelschüler in Pullach, käme das für die kleine Gemeinde doppelt teuer. Dann müssten sie nicht nur Geld für den neuen Schulcampus am Deisenhofener Bahnhof hinblättern, sondern auch für den geplanten Neubau der Pullacher Mittelschule mitzahlen. Was für Straßlach-Dingharting mit einem vergleichsweise geringen Gewerbesteueraufkommen finanziell nicht zu schultern wäre.

© SZ vom 20.10.2020
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